ZÜRCHER FLUGHAFEN REAGIERT

Mehr Sicherheitskontrollen werden durchgeführt.

VON BENJAMIN WEINMANN

Am Freitag konnte in den USA ein Terroranschlag auf eine vollbesetzte Passagiermaschine vereitelt werden. Der 23-jährige Nigerianer Abdul Faruk Abdulmutallab wollte kurz vor der Landung eines Airbus A330 der Delta-Northwest Airlines von Amsterdam nach Detroit einen Sprengsatz zünden. Rund 20 Minuten vor der Landung versuchte er gemäss Zeugenaussagen, eine pulvrige Substanz, die er offenbar am Bein unter seiner Hose trug, zur Explosion zu bringen.

Passagiere konnten den Terroristen überwältigen, bevor das Schlimmste passierte. Die Maschine mit mehr als 280 Menschen an Bord landete unbeschadet auf dem Flughafen von Detroit. US-Medienberichten zufolge gab Abdulmutallab in einem Verhör an, er habe auf Befehl des Terrornetzwerks Al Kaida gehandelt.

Nun reagiert der Zürcher Flughafen: «Es werden mehr Personen von privaten Sicherheitsfirmen und von der Kantonspolizei Zürich im Einsatz sein», so Urs Haldimann von der Betriebsleitzentrale des Flughafens Zürich. Der Flughafen befolge damit die Weisungen der US-Behörden und verstärke die Sicherheitskontrollen vor dem Abflug: «Bei der ersten Sicherheitskontrolle wird im Zweifelsfall eher eine manuelle Durchsuchung des Handgepäcks durchgeführt. Zudem gibt es eine zweite Passagier- und Gepäck-Kontrolle beim Gate.» Die US-Weisungen gelten vorerst für vier Tage.

«Wir empfehlen den Passagieren nach Nordamerika mindestens zwei Stunden vor Abflug beim Check-in zu sein und nur das nötigste Handgepäck mitzunehmen», sagt Haldimann, «das Personal am Check-in wird die Passagiere zudem darauf aufmerksam machen, etwas früher ans Gate als üblich zu gehen.» Drohen nun wegen der zusätzlichen Kontrollen Verspätungen? «Wir werden alles versuchen, um Verspätungen zu verhindern», sagt Urs Haldimann von Unique, «wir werden an den Kontrollstellen deshalb zusätzliche Spezialmaschinen zur Analyse von verdächtigen Substanzen installieren.» Die kommenden Tage würden zeigen, wie sich diese Massnahmen auf die Pünktlichkeit der USA-Abflüge auswirkten.

Von den US-Weisungen ist auch die Swiss betroffen, die bis zu 8 Flüge pro Tag in die USA nach Los Angeles, Miami, Chicago, Boston und New York durchführt. Für alle Airlines mit Flügen in die USA gilt vorübergehend für vier Tage: 60 Minuten vor der Landung dürfen die Passagiere den Sitz nicht mehr verlassen, das Handgepäck nicht mehr hervornehmen und elektronische Geräte müssen ausgeschaltet bleiben.

Der Zwischenfall erinnert an den Fall des britischen «Schuh-Bombers» Richard Reid. Dieser hatte kurz vor Weihnachten 2001 auf einem US-Flug von Paris nach Miami versucht, in seinen Schuhen versteckten Sprengstoff zu zünden.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!

Artboard 1