VON BENJAMIN WEINMANN

2011 wollen die Arbeitgeber die Löhne um bis zu 2,5 Prozent erhöhen. Dies zeigt eine Umfrage des Online-Handelsregisters «Moneyhouse» bei 894 kleineren und grösseren Unternehmen. Obenaus schwingt das Baugewerbe. Im Bauboom sind Lüftungstechniker und Sanitäre Mangelware.

Auch die Angestellten im Gesundheitswesen dürfen am Ende des Monats mehr Geld erwarten. Das Gastgewerbe, die Verlags- und Druckbranche hinken hinterher (siehe Grafik).

Nullrunden wie in der Textil- und Bekleidungsindustrie, die mit gestiegenen Rohwarenpreisen und starker Konkurrenz zu kämpfen haben, sollen in den laufenden Verhandlungen die Ausnahme bleiben.

Die Gewerkschaften fühlen sich von der Umfrage in ihren Forderungen bestärkt. Sie gehen sogar einen Schritt weiter. Bei Firmen, die Personal entliessen, drängen sie zumindest auf den Teuerungsausgleich. Bei den gut laufenden Firmen wollen die Gewerkschaften mehr. Barbara Gisi vom Kaufmännischen Verband Schweiz verlangt etwa von den Banken und Versicherungen bis zu 4 Prozent mehr Lohn.

Die Gewerkschaften stützen sich bei ihrer Argumentation auf Wirtschaftsprognosen. So rechnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent, für nächstes Jahr mit immerhin noch 1,8 Prozent.

Andreas Rieger, Co-Präsident der Unia, der grössten Schweizer Gewerkschaft mit 200000 Mitgliedern, sieht in den Umfrageresultaten ein klares Zeichen dafür, «dass dieses Jahr keine Nullrunden angesagt sind».

Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, warnt vor zu grosser Euphorie beim Personal, sagt aber: «Das breite Spektrum von Lohnerhöhungen zeigt, wie unterschiedlich einzelne Firmen in die Zukunft blicken.»

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