VON PATRIK MÜLLER UND ARTHUR RUTISHAUSER

Ein aussergerichtlicher Vergleich zwischen der Schweiz und den USA im Steuerfall UBS ist in Griffnähe. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und ihre US-Amtskollegin Hillary Clinton bestätigten am Freitag bei einem Fototermin in Washington die grundsätzliche Einigung.

Doch wie viele Kundendaten muss die Grossbank an die amerikanischen Steuerbehörden ausliefern und wie viele Milliarden muss sie zahlen? Darüber schweigen sich die Parteien aus. In der internationalen Presse wurde der Vergleich gestern weitgehend als «Nachgeben der Schweiz» interpretiert.

Erstmals spricht nun Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, deren Justizdepartement federführend ist. «Zu Beginn der Verhandlungen lagen die Positionen diametral auseinander. Beide Seiten mussten sich Richtung Mitte bewegen», sagt sie im Interview.

Sie schliesst nicht aus, dass der Vergleich noch an den Details scheitern könnte: «Die Bedenken sind nicht unbegründet.» Und weiter: «Für die Gespräche bleiben nun noch fünf Tage, das ist nicht viel.»

Wie auch immer – die UBS ist noch nicht über den Berg. Sie wird am Dienstag erneut einen Quartalsverlust von rund 1,6 Milliarden Franken vermelden. Und jetzt wird bekannt: Die Eigenmittel der UBS reichen nicht aus.

Zu diesem Schluss kommt das europaweit führende bankenunabhängige Finanzanalyse-Institut Alpha Value in Paris, das 31 europäische Banken einem so genannten «Stress-Test» unterzogen hat, wie ihn zurzeit auch die europäische Zentralbank (EZB) durchführt.

In diesem Test, dessen Ergebnisse dem «Sonntag» vorliegen, schneidet die UBS zusammen mit der belgisch-französischen Bank Dexia am schlechtesten ab und landet in der Kategorie «gefährdet».

Gemäss dieser Studie braucht die UBS 10,1 Milliarden Franken zusätzliche Eigenmittel – wenn sich die Wirtschaftslage nicht weiter verschlechtert. In einem Stress-Szenario (Verschlechterung der Konjunktur) beläuft sich der Kapitalbedarf sogar auf 20,7 Milliarden Franken. Die UBS wollte sich dazu gestern nicht äussern und verwies auf die Quartalsinformationen von übermorgen Dienstag.

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