Die Forderung der Politik, die Eigenkapitalquoten zu erhöhen, sei nicht «konstruktiv», sagt UBS-Konzernchef Sergio Ermotti. «Zu den 6 bis 10 Prozent kann ich nur sagen: Das ist eine unrealistisch hohe Forderung.» Sie hätte dramatische Folgen für die Wirtschaft: «Hypotheken, Firmenkredite – alles müsste aufschlagen», sagt der UBS-Chef. Mehr Eigenkapital würde die Grossbanken nicht sicherer machen. Eine Rettung durch den Staat sei zwar «sehr, sehr unwahrscheinlich», doch er schliesst sie nicht aus: «Es wäre unredlich zu behaupten, so etwas könne auf alle Ewigkeit hinaus niemals wieder vorkommen.»

Ermotti greift direkt Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf an, die sich Anfang November in der «Schweiz am Sonntag» für eine Verstärkung der Eigenkapitaldecke aussprach. Laut Ermotti haben viele Politiker «eine überkritische Sicht in unser Land importiert. Das beunruhigt mich – nicht als Banker, da bin ich abgehärtet, aber als Bürger.»

Er fürchtet, dass der Finanzplatz Schaden nehmen könnte. «Wenn die Schweiz für global tätige Banken nicht mehr kompetitiv ist, dann hätte das langfristige Konsequenzen.» Wenn die Schweiz ein globales Kompetenzzentrum bleibe, «kann ich ohne Probleme sagen: Die UBS wird hierzulande auch in Zukunft um die 20 000 Arbeitsplätze anbieten.» Seinen Mitarbeitern stellt er im Interview zudem einen Bonus in Aussicht: «Mit weniger Bonus zu rechnen, wäre unrealistisch», sagt Ermotti.
Der UBS-Chef äussert sich auch zum umstrittenen 100-Millionen-Sponsoring der Universität Zürich: «Ich habe nichts gegen konstruktive Kritik. Aber: Die Art, wie sich einige (Professoren) geäussert haben, inhaltlich und in der Tonalität, ist inakzeptabel.»

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