Der Fall ist eine juristische Premiere: Die Bundesanwaltschaft hat den ehemaligen UBS-Banker und selbstständigen Vermögensverwalter Renzo Gadola verurteilt, weil er den US-Ermittlern nach seiner Verhaftung in Miami vor vier Jahren zwei Depotauszüge von Kunden übergab, die Schwarzgeld in der Schweiz gelagert hatten. Das zeigt der rechtskräftige Strafbefehl vom 21. Juli.

Gadola habe Geschäftsgeheimnisse verraten und somit strafbaren wirtschaftlichen Nachrichtendienst betrieben, heisst es im Strafbefehl. Im Zusammenhang mit dem Steuerstreit Schweiz - USA ist Gadola der erste Banker, von dem öffentlich bekannt wird, dass er von der Schweiz wegen Spionage bestraft wurde. Im vergangenen Jahr war bereits ein Ex-Mitarbeiter der Bank Julius Bär wegen Spionage verurteilt worden. Er hatte Kundendaten an die deutschen Steuerbehörden verkauft.

Gadolas Verurteilung hat womöglich grosse Folgen: Gemäss dem Strafbefehl ist es Schweizer Bankern verboten, den US-Behörden vertrauliche oder geheime Dokumente zu übergeben – auch wenn sie dabei von den Ermittlern unter Druck gesetzt werden.

Gadola war im November 2010 in Miami verhaftet worden, weil er unversteuerte Kundengelder aus den USA zur Basler Kantonalbank transferiert haben soll. Nach der Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung kooperierte er mit den Behörden.

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