Die Partymeute war zwei Tage lang aktiv. Im Club Plaza feierte die allwöchentliche Party des Verbandes der Studierenden der Uni Zürich kürzlich den zweiten Geburtstag. Der Eintritt war gratis, die Heimfahrt auch. Der Taxi-Dienst Uber fuhr die Gäste kostenlos nach Hause.

Der US-Dienst kooperiert immer öfter mit Party-Veranstaltungen und Clubs. Er eröffnet damit eine neue Front im Kampf gegen die herkömmlichen Taxis, für welche die Wochenendnächte umsatzstarke Zeiten darstellen. «Wir versuchen laufend, Partnerschaften mit Partys oder Clubs einzugehen», sagt Rasoul Jalali, Chef von Uber Schweiz. In Zürich arbeite Uber neben dem Club Plaza etwa mit dem Club Heile Welt oder mit Partys im Club Härterei zusammen. Uber wolle die Partnerschaften ausweiten. In Genf, Basel und Lausanne, in denen der Dienst neu ebenfalls tätig ist, sollen nun ebenfalls Party-Kooperationen folgen.

Von «temporären Lockvogelangeboten, um die Jugend an Uber zu binden», spricht Grégoire Allet, Geschäftsführer der Zürcher Taxi 444 AG. «Wir bevorzugen nachhaltige Aktionen, welche transparent und fair sind», sagt er. «Was nützt es einem Kunden, an einem Abend kostenlos nach Hause gefahren zu werden, wenn er am nächsten Tag das Drei- oder Vierfache des normalen Preises zahlen muss?» Sein Unternehmen arbeite ebenfalls mit vielen Clubs zusammen. Ähnlich sieht es André Küttel von Taxi 7×7. «Fahrten gratis anzubieten, dient dem Überleben und dem Wachstum unserer Firma nicht», sagt er.

Gegen den freien Wettbewerb sei nichts einzuwenden, sagt Patrick Favre, Präsident des Verbandes Taxisuisse. Uber verfüge über eine reich gefüllte Kriegskasse, um solche Aktionen zu finanzieren. Seine Energie will der Verband in den Kampf gegen den Dienst UberPop investieren, bei dem Private ohne Taxiausweis Kunden transportieren. Die Passivität der Behörden im Umgang mit UberPop sei alarmierend, sagt Favre. «Angesichts der strengen Regeln für herkömmliche Taxibetriebe ist dies ein juristischer Hohn und nichts anderes als Wettbewerbsverzerrung.» Die Vision von Taxisuisse sei, dass die Politik nationale Mindeststandards definiere. Damit soll die latente Rechtsunsicherheit beseitigt werden.

Allzu grossen Einfluss auf die Zürcher Taxis hatte Uber bisher nicht. «Die uns angeschlossenen Fahrzeuge führen nicht weniger Fahrten durch als noch vor einem Jahr», sagt André Küttel von Taxi 7×7. «Stammkunden haben wir keine verloren, wir verzeichnen lediglich geringe Einbussen bei Spontankunden», sagt auch Grégoire Allet von der Taxi 444 AG. Die Studenten hingegen könnten schon bald wieder mit Uber heimfahren. Tony Bolli, Inhaber des Clubs Plaza, ist begeistert vom Start-up. Die Kooperation, sagt er, soll weitergeführt werden.

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