Der Kampf zwischen der Swiss und der Tessiner Etihad Regional, der ehemaligen Darwin Airline, geht in eine neue Runde. Ende Juni hatte Swiss-Chef Harry Hohmeister bekannt gegeben, dass sie die Strecke zwischen Zürich und Lugano nicht mehr in Kooperation mit der ehemaligen Darwin Airline bedienen würde, sondern mit der eigenen Schwester-Airline Austrian.

Grund für das Ende des sogenannten Wetlease-Vertrags ist die neue Strategie von Darwin. Im Herbst übernahm die rasant wachsende Etihad Airways aus Abu Dhabi 30 Prozent von Darwin und taufte sie in Etihad Regional um. Seither machen die Tessiner der Swiss mit einer aggressiven Preis- und Expansionsstrategie das Leben schwer.

Die Swiss kommunizierte, dass Austrian ab November mit einer Propellermaschine des Typs Dash-8 mehrmals täglich von Zürich nach Lugano fliegen wird. Mit 76 Sitzplätzen steige die Kapazität um 50 Prozent. Etihad Regional posaunte zurück, man wolle die Strecke ebenfalls weiter in Eigenregie bedienen.

Laut dem Onlineportal Austrian-aviation.net erhält die Swiss-Schwester Austrian aber sogar vier Turboprop-Flugzeuge. Dies ist ein Indiz, dass die Swiss den Tessinern das Feld nicht kampflos überlassen will – auch wenn dies einen schmerzhaften Preiskrieg im Regionalverkehr bedeutet. Gemäss Branchenkennern prüft die Swiss nun, die zusätzlichen Flugzeuge von Lugano nach Genf und von Zürich nach Dresden und Leipzig einzusetzen – allesamt Destinationen, die auch Etihad Regional bedient.

Die Passagiere werden allerdings erst an Bord bemerken, dass ihr Swiss-Flug nicht von der Swiss, sondern von einer österreichischen Crew durchgeführt wird, da die vier Flugzeuge mit dem Schriftzug der Star Alliance bemalt werden, wie Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack bestätigt.

Die Swiss dementiert die weitergehenden Pläne nicht, will sich aber nicht in die Karten blicken lassen: «Ob und wenn ja was wann und wie wir mehr mit Austrian Airlines machen, befindet sich derzeit in Evaluation», sagt Ziesack. Aus dem Grund könne man dazu keine Angaben machen.

Derweil werden die Rabattaktionen bei Etihad Regional beinahe zur wöchentlichen Tradition. Am Mittwoch lancierten die Tessiner eine Kampagne für 48 Stunden. Während dieser Zeit bot die Fluggesellschaft Einweg-Tickets ab Zürich und Genf an für 19 Destinationen zum Preis von 48 Franken. Dazu gehörten Swiss-Ziele wie Florenz, Rom, Belgrad oder Nizza.

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