Die Schweizer Airline Swiss erhöht ein weiteres Mal innert kurzer Zeit ihre Ticketpreise. Diese Woche kündigte sie den Reiseagenturen an, dass sie ab 14. März die Nordamerika-Tarife in sämtlichen Klassen anheben wird. Konkret heisst das: Economy-Tickets werden um 20 bis 50 Franken teurer, BusinessTickets um 110 bis 150 und First-ClassTickets um 200 Franken.

Aufgrund der aktuellen Marktlage und entsprechender Nachfrage nach und aus Nordamerika habe man sich entschieden, die Preise nach Nordamerika in allen Klassen zu erhöhen, sagt Sprecherin Myriam Ziesack. Dieser Schritt wird der Swiss viel Geld in die Kasse spülen, zählt sie doch jährlich mehr als 14 Millionen Passagiere auf Nordamerika-Flügen.

Erst vergangene Woche hatte die Fluggesellschaft per 8. März den internationalen Zuschlag – früher Treibstoffzuschlag genannt – auf Langstreckenflügen um 20 auf neu 192 Franken erhöht. 2011 lancierte die Swiss eine Kreditkartengebühr, 11 Franken pro Ticket für Europaflüge, 22 Franken für Langstreckenflüge. Zudem müssen die Passagiere seit März 2011 auf USA-Flügen für das zweite Gepäckstück 50 Dollar bezahlen. Früher konnte man gratis zwei Koffer à 23 Kilogramm einchecken.

Zudem versucht die Swiss vermehrt mit Zusatzservice-Angeboten die Einkünfte zu steigern. Seit Neustem können Kunden für 25 Franken einen Flug bis zu einer Dauer von 72 Stunden reservieren lassen. Auch das Abholen des Check-in-Gepäcks zu Hause bietet die Swiss an. Und nächstens plant sie, für die Sitzplatzauswahl eine Gebühr zu erheben.

Mit all diesen Massnahmen versucht Airline-Chef Harry Hohmeister, die schrumpfende Rendite zu verbessern. Am kommenden Donnerstag wird er das Jahresergebnis 2012 bekannt geben, das schlechter ausfällt als im Vorjahr. Mittelfristig will Hohmeister das Resultat um 160 Millionen Franken verbessern.

Dennoch warten auf die Swiss Investitionen in Milliarden-Höhe aufgrund der anstehenden Erneuerung der Langstrecken-Flotte. Intern brodelt die Gerüchteküche, ob Hohmeister bereits an der Pressekonferenz nächste Woche die Katze aus dem Sack lässt. Denn seit einiger Zeit verdichten sich die Indizien, dass sich die Swiss für den Kauf der Boeing 777-300ER entschieden hat – auch wenn es offiziell heisst, es sei noch nichts spruchreif. Branchenkenner spekulieren, dass es möglicherweise sogar schon ab 2016 zu einem Teilersatz von sechs geleasten Airbus-340-Maschinen kommt.

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