VON BENJAMIN WEINMANN UND ARTHUR RUTISHAUSER

Die Flieger werden immer leerer. Im Mai betrug die Auslastung der Swiss-Maschinen durchschnittlich noch 75.2 Prozent – rund 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den internationalen Strecken lag die Auslastung sogar über 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Swiss steht mit diesen Zahlen nicht alleine da. Am Flughafen Zürich nahmen die Flugbewegungen im Mai um über 8 Prozent ab.

Der Branchenverband Iata rechnet in diesem Jahr mit einem weltweiten Verlust von 9 Milliarden Dollar. Das sind fast doppelt so viel, wie noch bei der Prognose im März. Hunderttausende Jobs in der Branche gelten als gefährdet. «Ich bin Realist: ich sehe keine Fakten, die es erlauben, optimistisch zu sein», so Iata-Chef Giovanni Bisignani.

Die Swiss reagiert auf die düsteren Prognosen mit einem Sparprogramm. Offenbar steckt die Erfahrung des Groundings und den zahlreichen Entlassungen in den Anfangszeiten der Swiss noch in den Knochen. Die Airline versucht an verschiedenen Orten zu sparen, wie Swiss-Sprecher Franco Gullotti sagt:

Chefetage: »Die Geschäftsleitung hat auf einen halben Monatssalär verzichtet. Alle Kader haben die Order, nach Einsparungen zu suchen.»

Personal: «Zurzeit läuft ein Programm für erleichterte, unbezahlte Ferien. Überzeiten und Ferien werden abgebaut. Bei Ersatz- und Neueinstellung gilt Zurückhaltung. Zudem werden die Hoteltarife für die Crew neu ausgehandelt.»

Werbung: «Die Repräsentationskosten werden herunter gefahren. Beim Erstflug nach Oslo wird es keine Begleitung durch die Presse geben.» Zum Vergleich: Beim Jungfernflug nach Lyon im April waren noch Journalisten mit an Bord.

Flüge: Die Flugkapazität wurde bereits im Frühling um sechs Prozent reduziert und das Streckennetz ausgedünnt, unter anderem bei Flügen nach Boston, Mumbai und London. Durch diese Anpassungen werden zwei Maschinen, eine A330 und A340, vorübergehend in Kloten stillgelegt (der «Sonntag» berichtete).

Gemäss Swiss-Sprecher Franco Gullotti soll das Sparprogramm Einsparungen in einem hohen zweistelligen Millionenbetrag bringen. «Wenn wir noch mehr einsparen müssten, würden wir vorerst keine Entlassungen vornehmen», sagt Gulloti, «dies ist aber aus heutiger Sicht nicht geplant.»

Wenn weniger geflogen wird, bedeutet dies auch, dass weniger Maschinen und Triebwerke in den Hallen gewartet werden müssen.

Dies spürt die ehemalige Swissair-Tochter SR Technics, die heute in arabischer Hand ist. In Zürich, ihrem grössten Standort, zählt die Firma noch rund 3000 Mitarbeiter. Aber: «Wir müssen bis Ende Jahr wohl 200 bis 300 Stellen abbauen», so SR-Technics-Sprecher Marco Imboden. Man habe deshalb mit den Gewerkschaften Verhandlungen über einen Abbauplan aufgenommen.

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