VON SACHA ERCOLANI UND PATRIK MÜLLER

Das «Unternehmen Federer» läuft auf Hochtouren – auch jetzt, wo der Weltstar in Wimbledon erstmals seit 2002 nicht im Final steht und in der ATP-Rangliste auf Rang 3 zurückgefallen ist.

Firmen wie Rolex, Gillette, Credit Suisse und Nike (130-Millionen-Dollar-Vertrag) vergolden die Werbe-Ikone. Und davon profitiert auch der Staat: Federer hat gemäss einem Insider letztes Jahr in Wollerau 3,2 Millionen Franken Gemeinde- und Staatssteuern bezahlt.

Er dürfte damit im Schwyzer Steuerparadies zum lukrativsten Einwohner aufgestiegen sein. Denn frühere Spitzenzahler aus der Bankenwelt wie beispielsweise Marcel Ospel und Oswald Grübel lieferten letztes Jahr viel weniger Steuern ab – weil ihre Einkommen eingebrochen sind.

Auch wenn Federer 3,2 Millionen zahlt: Das ist viel weniger als früher im Kanton Basel-Landschaft, wo er bis Mitte 2008 wohnte und bis zu 6 Millionen gezahlt haben soll. Sein Heimatkanton profitiert aber weiter von seinem bekanntesten Bürger: Federers Firma Tenro AG ist noch immer in Bottmingen domiziliert und zahlt kräftig Steuern.

Das Unternehmen, dessen Verwaltungsratspräsident Roger Federer heisst, ist gemäss Handelsregister in der «Beratung und Vermarktung von Sportlern» sowie im Rechtehandel von «sportlichen und künstlerischen Veranstaltungen» tätig.

Und was nicht vergessen werden darf: Auch der ausländische Fiskus melkt den Tennis-Star. Federer muss auf Preisgeldern – in seiner Karriere waren es bislang über 50 Millionen Franken – direkt Steuern vor Ort zahlen; das schenkt insbesondere in den USA und in England ein.

Diese beiden Länder wollen gemäss einem Federer-Vertrauten künftig auch an Federers Sponsoring-Einnahmen – seiner wichtigsten Einnahmequelle – teilhaben. «Da laufen entsprechende Bestrebungen», sagt er.

Im Erfolgsteam von Roger Federer kam es in der Zwischenzeit zu einem Abgang. Géraldine Dondit, die zuständig war für die Organisation und die Pressearbeit, ist gemäss zwei Quellen entlassen worden.

Mehr als drei Jahre arbeitete die 34-Jährige für Federer. Sie war nicht nur eine langjährige Freundin von Mirka Federer, sondern auch eine Art Privat-Assistentin des Federer-Clans. Dondit hatte jederzeit Zugang zum Domizil in Wollerau und reiste mit Roger, Mirka und den Zwillingstöchtern Myla Rose und Charlene Riva um die ganze Welt. Angeblich war es Mirka, die nicht mehr mit Dondit zusammenarbeiten wollte.

Géraldine Dondit ist in der Schweizer Tennis-Szene bestens verankert, sie sass etwa im Vorstand des Grasshopper-Clubs. Auf Anfrage nahmen weder die Familie Federer noch Géraldine Dondit zur Angelegenheit Stellung.

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