VON PATRIK MÜLLER

Als erster Staatsbetrieb wollen die SBB ein neues Bonus-Modell einführen, wonach die Erfolgsprämien sich nicht nur an einem einzigen Geschäftsjahr orientieren. Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi sagt zum «Sonntag»: «Unser Ziel ist es, langfristige Erfolgsanreize zu setzen. Wir arbeiten an entsprechenden Regeln, 2010 wollen wir sie abschliessen.»

Die SBB gehen damit in dieselbe Richtung wie die Banken, die seit Anfang Jahr von der Finanzmarktaufsicht verpflichtet werden, Boni vom langfristigen Erfolg abhängig zu machen. Die Bahn ist jedoch keine Aktiengesellschaft. Deshalb sagt Gygi: «Das ist bei den SBB anspruchsvoller zu bewerkstelligen als bei einer börsenkotierten Aktiengesellschaft, da man als Bonus keine Aktien ausgeben und mit einer Haltefrist belegen kann.»

Der SBB-Verwaltungsratspräsident kann sich deshalb vorstellen, «zunächst nur einen Teil des Bonus auszuzahlen und den Rest erst bei langfristigem Erfolg». SBB-Chef Andreas Meyer bekommt gemäss «Sonntag»-Informationen für 2009 den vollen Bonus. Meyer wird es – wie bereits 2008 – auf Gesamtbezüge von rund einer Million Franken bringen.

Die SBB-Pressestelle will sich dazu nicht äussern und verweist auf den nächsten Geschäftsbericht. Dass die Boni auch für andere SBB-Manager reichlich fliessen, ist auf das erfolgreiche Jahr 2009 zurückzuführen. Das Jahresergebnis, die Sicherheit und die Pünktlichkeit sind die wichtigsten Kriterien für die Bonus-Bestimmung. Meyer hat diese Ziele gemäss Insidern nicht nur erreicht, sondern übertroffen oder wie es offiziell heisst: «über-erreicht».

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!