VON ARTHUR RUTISHAUSER

Die Ratingagentur Moody’s hat die Note für die Renova-Beteiligungsfamilie des russischen Oligarchen Viktor Vekselberg von Ba3 auf B1 reduziert. Die Aussichten seien negativ, schreibt Moody’s. Renova-Sprecher Daniel Grotzky will das nicht kommentieren. Doch bedeutet ein Rating B1, dass die finanzielle Situation als «notorisch wechselhaft» eingestuft wird. Obligationen mit Ratings unterhalb von Baa gelten als Junkbonds.

Das Risikoprofil für eine Zahlungsunfähigkeit beurteilt Moody’s mit B2 sogar noch schlechter. Die Agentur schreibt denn auch in ihrem neusten Bericht, dass Renova Probleme bekommen könnte, in diesem und im nächsten Jahr die Refinanzierungsverpflichtungen bei den angeschlossenen Beteiligungen zu erfüllen.

Begründet wird das schlechtere Rating mit Refinanzierungs-schwierigkeiten bei Vekselbergs Investment Rusal, einem der grössten Assets in der Renova. Rusal ist einer der weltgrössten Aluminiumhersteller und stöhnt unter einer Verschuldungslast von 14 Milliarden Dollar. Die Gesellschaft ist daran, mit den Gläubigern die Kredite neu zu verhandeln.

Dank einer Finanzspritze von 7,4 Milliarden Dollar hat Rusal nun zwei Monate Zeit, um zu restrukturieren. Dann muss eine Lösung her, denn der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat bereits damit gedroht, die Sicherheiten jener Betriebe, die ihre Staatshilfe nicht zurückzahlen, zu verwerten. Das würde wohl auf eine Verstaatlichung von Rusal herauslaufen.

Vekselbergs zuverlässigste Cash-Cow, das russisch-britische Jointventure TNK-BP, braucht ebenfalls Geld. Sie ist vom schnellen Preiszerfall des Öls schwer betroffen und befindet sich in Gesprächen mit der Deutschen Bank: Ziel ist eine Verdoppelung des Kredits von 150 auf 300 Millionen Dollar. Bis Mitte dieses Jahres muss Vekselberg zudem einen Kredit von OC Oerlikon über 2,5 Milliarden Schweizer Franken neu verhandeln, ansonsten droht dort ein Liquiditätsengpass.