Er radelt auf dem Militärvelo umher. Er speist in der Ringier-Kantine. Er ist ehemaliges SP-Mitglied. Er ist bestens vernetzt in der Medienbranche. Und er ist der Mastermind hinter Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand.

Peter Nobel, 66, Zürcher Topjurist mit Schwerpunkt Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Medienrecht, ist der private Anwalt Hildebrands, wie dieser am Donnerstag öffentlich sagte. Und Hildebrand hat inzwischen auch einen Kommunikationsberater eingespannt, wie «Der Sonntag» weiss. Es ist der PR-Profi Jörg Denzler, Inhaber und Chef der Zürcher Agentur Balanx. Über Peter Nobel hat er vor kurzem das Mandat erhalten, sowohl Hildebrand als auch Nobel zu beraten. Und dies, obwohl mehrere Insider sagen, Hildebrand habe stets betont, in seiner Funktion als Nationalbank-Präsident sei es schwierig, Berater zuzuziehen.

Denzler will keine Auskunft geben, ob er der «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsZeitung» vor einer Woche den Tipp gab, dass alt Bundesrat Christoph Blocher hinter den Attacken gegen Hildebrand steckte. Offen bleibt auch, seit wann er Hildebrand berät und wer sein Honorar bezahlt – die Nationalbank oder Hildebrand selber. Klar ist hingegen, dass der Bankrat der Nationalbank von Anfang an über das Mandat informiert war und dazu sein Einverständnis gab.

In der Bankenszene ist der 51-Jährige bestens vernetzt. Im November 2008 hatte der frühere Partner des PR-Büros Farner den ehemaligen UBS-Präsidenten Marcel Ospel, den Ex-Vizepräsidenten Stephan Haeringer und den ehemaligen Finanzchef Marco Suter beraten. Während Denzlers Beratungstätigkeit verzichtete das Trio unter öffentlichem Druck auf insgesamt 33 Millionen seiner umstrittenen Millionensaläre. Davon übernahm Ospel mehr als zwei Drittel.

Nobel selbst ist eine schillernde Figur. Er sammelt Kunst, mit und über Zeitungen. Selbst bei Gegnern gilt er als brillanter Jurist. Er verfügt über ein weit verzweigtes Beziehungsnetz in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Medien. Er studierte und arbeitete in New York, Istanbul, Moskau, Göttingen und den Philippinen und trat danach in Zürich eine Stelle als Medien-Rechtsberater bei Ringier an. Später lehrte Nobel an mehreren Universitäten und verfasste zahlreiche Publikationen.

Nobel sei «eine Saftwurzel: ein leidenschaftlicher Kunstsammler, ein Liebhaber der deftigen Küche, ein Mann, bei dem auf der Fachliteratur ein ferngesteuerter Heli» gelandet sei, schrieb die «Schweizer Illustrierte» 2010.

Nobel wollte gegenüber dem «Sonntag» zu seiner Rolle im Fall Hildebrand keine Stellung nehmen.

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