Was hat diese Massnahme gebracht? Der Franken hat sich gegenüber einem schwachen Euro mit zusätzlicher Hilfe von andauernden erheblichen Devisenkäufen stabilisiert, und die Bilanz der SNB erhöhte sich auf über 600 Milliarden. Die Negativzinsen haben AHV, Sozialwerke, Pensionskassen, Banken, Versicherungen und uns alle, direkt und indirekt, bis jetzt schon Milliarden gekostet, und die SNB hat erst kürzlich gesagt, sie könnten weiter angehoben werden – dies, obwohl wir einen Rekord-Handelsbilanzüberschuss haben.

Weitere Folgen der Negativzinsen sind haussierende Aktienkurse und Anleihenmärkte auf der Jagd nach Rendite. Alle Anlagen sind risikoreicher geworden, speziell diejenigen Anleihenmärkte, in denen schwache Unternehmen sich zu tiefen Zinsen hoch verschulden. Auch die Banken sind angehalten, Kredite zu Zinssätzen zu vergeben, die das Ausfallrisiko nicht decken. Wir steuern mit Karacho auf eine Situation zu, wie wir sie noch nie erlebt haben. Können Sie sich vorstellen, jemandem Geld auszuleihen, ohne dafür Zins zu verlangen?

Was wäre, wenn die SNB von Negativzinsen auf Nullzinsen gehen würde? Der Franken würde etwas stärker werden, und die SNB müsste bessere Kontrollen gegen ausländische Spekulanten einführen. Die Zinssätze im Kapitalmarkt würden ansteigen und die ausufernde Spekulation bremsen. Die Anlage-Institutionen würden nicht mehr den Export mit Milliarden subventionieren, sondern wieder das Vermögen ihrer Kunden erhalten können. Die Banken und Versicherungen würden ihr Risiko verringern und ihre Kapitalbasis stärken können.

Würde der Export einbrechen und Arbeitsplätze gefährden? Das ist eher unwahrscheinlich, denn der stärkere Franken würde auch die Importe verbilligen und Preissteigerungen minimieren. Natürlich würden Industrien, die in der technologischen Entwicklung zurückgeblieben sind, die Schuld für ihre Probleme dem stärkeren Franken geben, aber das tun sie heute schon. Auf jeden Fall würden wir aber zu einem nachhaltigen Wirtschaftskonzept zurückkehren, und das sollten wir tun.

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