Der Entscheid der Nationalbank (SNB), die ZKB als systemrelevant einzustufen, entfacht die Diskussion um die Strategie der grössten Kantonalbank erneut. FDP-Kantonsrat Hans-Peter Portmann sagt, dass «der Kantonsrat nun die Struktur der Bank genau anschauen müsse». Die Bank mache es sich zu einfach, das nötige Eigenkapital einfach vom Steuerzahler holen zu wollen. Bereits Monate vor dem SNB-Verdikt verlangte die Bank eine Aufstockung der Eigenmittel um 2 Milliarden. Damals argumentierte die Bankleitung mit strategischer Flexibilität. Jetzt braucht sie mehr Kapital, um den Kapitalanforderungen zu genügen. Die Fraktionen von SVP und SP denken nun schon darüber nach, das sogenannte Dotationskapital um 3 statt um 2 Milliarden Franken zu erhöhen.

Für Portmann und seine Kollegen von der FDP ein Unding. Die vorgeschriebenen Kapitalquoten könnten auch durch privates Kapital erreicht werden oder durch Reduktion und Auslagerung von Geschäften, wie Portmann sagt. Wie dies gehe, haben die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse in den letzten Jahren vorexerziert. Dabei müsse man ernsthaft und ohne Scheuklappen über die Strategie diskutieren. «Wenn eine Grossbank in Betracht zieht, das internationale Geschäft vom Schweizer Geschäft abzuspalten, müsse man auch bei einer Kantonalbank über eine Auslagerung von Geschäften nachdenken dürfen, die nicht zum Heimmarkt gehören.» Das wäre ein radikaler Schritt: Der Kanton wäre Eigentümer einer regionalen Bank, die ausschliesslich im Kanton Zürich domizilierte Privat- und Geschäftskunden betreut und über eine Staatsgarantie verfügen würde. Gleichzeitig wäre der Kanton auch Besitzer von Aktien einer Universalbank, welche die heutigen Geschäfte ausserhalb des Kantons und im Ausland abwickeln würde und folglich auch keine Staatsgarantie hätte.

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