Apple-Fans müssen Wochen oder gar Monate auf das neue iPhone 7 warten. Zwar kann man das Gerät bestellen, doch oft erhalten Kaufwillige die Nachricht, wonach das Gerät erst in mehreren Wochen verfügbar sein werde. Frustriert sind auch die Händler. Brack.ch etwa gibt als Lieferdatum einen Termin im Januar 2017 an.

Auf Nachfrage heisst es, dass dies ein künstlich gesetzter Wert sei. «Als Händler erhalten wir aktuell nur sehr wenige iPhone-7-Geräte von Apple», sagt Brack.ch-CEO Markus Mahler. «In der ersten Woche waren es zwei, in der zweiten Woche zehn Stück des neuen iPhone 7. Wir erfahren nicht, wann wir wie viele Geräte erhalten.»

Apple lässt die Schweizer Händler im Ungewissen. Diese Nicht-Information kommt schlecht an. «Das ist eine unbefriedigende Situation», sagt Mahler. Selbst die Mobilfunkanbieter werden von Apple kommunikativ geschnitten. Die Swisscom, von der es heisst, sie werde stets bevorzugt behandelt, muss offen zugeben, keine Ahnung zu haben, wann sie wie viele Geräte erhalte.

So teilt der mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Anbieter seinen verärgerten Kunden mit, dass «wir bis auf weiteres keine detaillierten Aussagen» zu den Lieferfristen machen können. Es würden keine «konkreten Informationen» von Apple vorliegen.

Brack.ch will sich das nicht gefallen lassen. «Weil die Nachfrage viel grösser ist, decken wird uns bei Händlern im Ausland mit iPhones ein», sagt Mahler. Offenbar liefert Apple in Länder aus, welche die teuren Geräte gar nicht absetzen können. brack.ch verfügt über Kontakte zu Händlern, die diese Geräte in die Schweiz liefern.

Aufpreis von 10 Prozent
Auf Brack.ch lassen sich diese Import-iPhones bestellen, dies allerdings zu einem Aufpreis von rund 10 Prozent gegenüber den «offiziellen» Geräten. «Apple sieht das zwar nicht so gerne, aber wir machen das trotzdem, weil wir unsere Kunden bedienen wollen», sagt Mahler.

Apple Schweiz schweigt zum Lieferengpass. Auf Anfrage gibt es ein gestanztes Statement in Englisch im Sinne von: «Wir schätzen uns überglücklich über die grosse Nachfrage ...» Manche Branchenkenner sind überzeugt, dass Apple bewusst die Mengen limitiert, um den Nachfragedruck zu steigern. Es scheint fast, als würde der einst als cool geltende Konzern inzwischen mehr Hirnschmalz in krudes Erwartungsmanagement stecken als in die Entwicklung innovativer Produkte.

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