Arrogant und egoistisch sind noch die nettesten Worte, mit denen der 48-jährige ehemalige Spitzenschwimmer bezeichnet wird. Wie aus Finanzkreisen zu hören ist, scheint nun ein Banker noch einen Schritt weiter gegangen zu sein und bezichtige Hildebrand vergangene Woche, persönliche Vorteile aus der Einführung einer Euro-Untergrenze gezogen zu haben.

Die Vorwürfe waren offenbar derart präzis und detailliert, dass sich die Notenbank gezwungen sah, eine umfassende Abklärung der Vorwürfe vorzunehmen. Wie aus der am Freitagabend verschickten Medienmitteilung hervorgeht, wurde die vertiefte Prüfung von der Eidgenössischen Finanzkontrolle und der Revisionsstelle PwC durchgeführt. Dass die SNB ihre eigene Revisionsstelle mit dem heiklen Prüfungsjob beauftragt, hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. In solchen Fällen ist es üblich, ein unabhängiges Team zu beauftragen.

Die Offenlegung sämtlicher Banktransaktionen von Hildebrand und seiner Familie ergab, dass seine Frau Kashya drei Wochen vor der Einführung der Kursuntergrenze US-Dollars gegen Schweizer Franken gekauft hat. Auch für das Konto der elfjährigen Tochter wurde ein kleiner US-Dollar-Betrag erworben. Am Tag der Einführung der Eurountergrenze verteuerte sich der Dollar gegenüber dem Schweizer Franken von 78 auf 88 Rappen.

Wie die SNB betont, entsprechen diese Transaktionen vollumfänglich einem speziellen internen Reglement über Eigengeschäfte für hohe SNB-Kader. Dieses Reglement ist nicht öffentlich und wurde erst letztes Jahr erneuert. Wie SVP-Nationalrat und Bankenexperte Hans Kaufmann gegenüber dem «Sonntag» erklärt, verlangt er mit einer Interpellation vom Bund mehr Transparenz bei der SNB und die Prüfung eines Eigenhandelsverbots.

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