VON ARTHUR RUTISHAUSER

Abgänge von prominenten Persönlichkeiten werden bei der UBS wie Staatsgeheimnisse behandelt. Diese Woche wurde endlich offiziell, was der «Sonntag» schon vor Monaten schrieb: UBS-Chefökonom Klaus Wellershoff ist ausge-schieden und durch Andreas Höfert ersetzt.

Noch zugeknöpfter gibt sich die Bank, wenn es um Entlassungen im Umfeld des umstrittenen Amerikageschäfts der UBS geht. Mittlerweile hat sie sich von fast allen Involvierten getrennt und ihnen ein Jahresgehalt mitgege-ben. Dies begann mit einem Knall im März, als der damalige Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und Ex-CEO Marcel Rohner gehen mussten.

Letzte Woche hat sich die Bank auch mit dem ehemaligen Geschäftsleitungsmitglied Raoul Weil (49, Private Banking) und dem früheren Chef von UBS Americas, Martin Liechti, über die Austrittsformalitäten geeinigt.

Während Weils Austritt öffentlich kommuniziert wurde, sagt die UBS im Fall Liechti nur: «Martin Liechti arbeitet nicht mehr bei UBS. Wie Sie wissen, äussern wir uns nicht zu ehemaligen Mitarbeitern.» Gemäss Recherchen des «Sonntags» bekam Liechti eine Abgangsentschädigung in der Höhe von etwa 600 000 Franken, was seinem Jahreslohn entspricht.

Seltsam am Austritt Liechtis war, dass die Bank bereits vor einem Monat behauptete, Liechti sei nicht mehr angestellt, dies, obwohl er erst auf Ende Mai ausscheidet. Seltsam war auch, wie die Bank Liechti fallen liess, obwohl er nicht gegen die Bank gearbeitet hatte.

Wie dem auch sei – für Liechti ist die Zeit bei der UBS nun endgültig Vergangenheit. Er wurde bekannt, weil er vor einem Jahr während Monaten in den USA als Zeuge fest-gehalten wurde. Doch schliesslich durfte er unbehelligt ausreisen und wurde nicht angeklagt. Dem Vernehmen nach hat er jetzt auch wieder interessante Angebote, die seine berufliche Zukunft betreffen.

Anders liegt der Fall bei Weil. Er wurde im letzten November von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Dies mit einer An-klageschrift, die auch seine beiden Chefs Peter Kurer und Marcel Rohner im Kontext einschloss.

Namentlich erwähnt wurden beide jedoch nicht. Und weder Kurer noch Rohner wurden je angeklagt. In einem im Februar abgeschlossenen Vergleich wurde explizit festgelegt, dass das Management der UBS verschont wird, wenn es sich an den Vergleich hält.

Mit einer Ausnahme: dem Fall Raoul Weil. Er äusserte sich denn auch bereits im Februar sehr enttäuscht darüber, dass er offenbar zum Opfer eines Konflikts zwischen den USA und der Schweiz geworden war. Kein Wunder, denn Weil kann seither nicht einmal mehr ins Elsass reisen, ohne sicher zu sein, dass er nicht an die Amerikaner ausgeliefert wird.

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