VON PATRIK MÜLLER

Auf den Fahrplanwechsel 2010 hin wollen die SBB das populärste Abonnement des öffentlichen Verkehrs verteuern. Das bestätigen zuverlässige Quellen gegenüber dem «Sonntag». Wie stark der Aufschlag ausfallen soll, ist unklar.

Der Schritt kommt überraschend. Zwar sagten SBB-Chef Andreas Meyer und Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi mehrmals, eine generelle Tariferhöhung sei nächstes Jahr unumgänglich. Doch bisher ging man davon aus, dass dies die Billettpreise und das Generalabo betrifft, nicht aber das Halbtax-Abo.

Nun haben die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat die Stossrichtung für die Tarifrunde 2010 folgendermassen festgelegt:

Kein Preisaufschlag bei den Einzelbilletten.

Preiserhöhung beim Halbtax- und Generalabonnement.

Weiter wollen sie ein günstiges 9-Uhr-Generalabonnement einführen.

Ob alles so kommt, entscheiden nicht die SBB allein, sondern Vertreter mehrerer Verkehrsunternehmen gemeinsam – in der so genannten Kommission Personenverkehr des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV).

Widerstand ist programmiert. Beim letzten Preisaufschlag im Jahr 1993 um 25 Franken ging die Zahl der Halbtaxabo-Inhaber um 300 000 zurück. VöV-Direktor Peter Vollmer: «Einen Preisaufschlag beim Halbtax muss man sorgfältig durchrechnen. Die Preissensibilität ist hier gross.»

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