Von Henry Habegger und Christian Dorer

Der Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht (Finma) bestimmte den ehemaligen UBS-Banker Mark Branson bereits im letzten Dezember zum Nachfolger von Finma-Direktor Patrick Raaflaub. Aber der Bundesrat, der die Wahl noch genehmigen muss, blockiert sie. Das ergeben Recherchen der «Schweiz am Sonntag». Der Bundesrat befasste sich an seinen beiden letzten Sitzungen mit dem Thema. Beide Mal weigerte sich die Regierung, Branson schon auf den Schild zu heben. Der Bundesrat folgte damit einer Empfehlung von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Eigentlich plante der Finma-Verwaltungsrat unter Präsidentin Anne Héritier Lachat, die Wahl von Branson zum Raaflaub-Nachfolger bereits letzte Woche bekannt zu geben. Weil der Bundesrat sein Plazet nicht erteilte, leitet Branson die Finma nun interimistisch.

Der Bundesrat wollte sich vom Finma-Verwaltungsrat nicht überrumpeln lassen. Er verlangt von der Finma, ein breiteres Auswahlverfahren durchzuführen und Alternativen zu prüfen. Die Chancen von Branson, den bundesrätlichen Segen zum Chef-Job doch noch zu erhalten, scheinen intakt. Falls der Finma-VR gut begründen kann, warum er ihn und keinen anderen will.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf sagt im Interview»: «Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass es für einen Gewählten besser ist, wenn er in einer Konkurrenzsituation bestimmt wurde. Wenn eine Person als alleinige Option dasteht und gewählt wird, dann ist die Angriffsfläche grösser. Ich möchte aber auch betonen: Für die Wahl ist der Finma-VR zuständig, der Bundesrat genehmigt die Wahl.»

Der Finma-Verwaltungsrat scheint sich schon vor geraumer Zeit auf Branson festgelegt zu haben. Resultat ist, dass mögliche Alternativen wie Hugo Bänziger (Ex-Manager Deutsche Bank) mittlerweile andere Jobs angenommen haben.

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