VON MARK BAER

Zur «ersten Priorität» erhebt Oswald Grübel den «Dienst am Kunden» im Wealth Management. Damit sich die Klientel bei der Grossbank wieder etwas «wohler fühlt», werden alle UBS-Filialen in der Schweiz renoviert. Selbstkritisch gibt der UBS-CEO zu: «Früher vergass man etwas, dass man Gelder nicht nur akquirieren, sondern auch richtig verwalten muss.»

Der Umbau der 300 Geschäftsstellen wird laut dem Leiter der UBS-Unternehmenskommunikation, Peter Hartmeier, einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. «Wir wollen den Servicegedanken auch architektonisch umsetzen», wie Hartmeier erklärt.

Dass der Servicegedanke bei der UBS in den letzten Jahren in den Hintergrund gedrängt wurde, findet auch Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann. «Es wäre schön, wenn die UBS mal wieder einen Schalter eröffnen würde, anstatt nur Geldautomaten aufzustellen», wettert er. Ab den Neunzigerjahren hätte sich die UBS nur noch fürs Investmentbanking interessiert. «Die haben gezeigt, dass sie mit dem Kunden nichts mehr zu tun haben wollten. Die UBS wollte den Sparer nicht mehr sehen, weshalb die Bank damals anfing, überall Bancomaten aufzustellen.»

Dass das Faceliftingbei der Grossbank den sehr vermögenden Kunden des Wealth Managements zugutekommt, wie die neue Prioritätensetzung Grübels vermuten lässt, glaubt Wittmann nicht. «Die Verantwortlichen überlegen sich jetzt einfach, wie man Vertrauen zurückgewinnen kann. Vor allem beim einfachen Retail-Kunden.» Die UBS wisse sehr genau, dass der kleine Mann bei Abstimmungen, wie beispielsweise der Abzockerinitiative, der Bank sehr wichtig sein kann.

Dass es der UBS beim angekündigten neuen «Dienst am Kunden» um eine kommunikative Botschaft geht, glaubt auch der CEO der auf private Vermögensverwaltung spezialisierten Plenum Securities, Raimond Schuster: «Die Massnahmen dienen der Korrektur des angeschlagenen Images.» Damit der Abfluss der Kundengelder bei der UBS gestoppt werden kann, müsse nun kommuniziert werden: «Schaut her, wir sind jetzt anders.»

Schuster, der über sein Vermögensverwaltungsinstitut insgesamt 1,2 Milliarden Schweizer Franken betreut, kritisiert, dass die Banken und Hedge-Funds-Manager in der Vergangenheit nicht aktiv kommuniziert haben. Das müsse und werde sich ändern, sagt er. Um heute erfolgreich zu sein, müssten alle Teilnehmer der Branche von der bisherigen Informationsasymmetrie wegkommen. «Die Bank, welche in Zukunft ein absolutes Kommunikationskonzept hat, wird die Bank sein, die gewinnt.»

Bei der UBS hat der Umbau begonnen. Die Ernennung des früheren Chefs des «Tages-Anzeigers», Peter Hartmeier, zum Leiter der Media Relations zeigt, wie wichtig der UBS-Führung die Kommunikation ist. Gleichzeitig wird auch am Online-Auftritt der Bank gearbeitet. «Die neue Homepage von UBS widerspiegelt nicht nur die neue Identität von UBS, sondern auch ihre Vision und Werte, insbesondere in Bezug auf Kundenfokus und Klarheit», erklärt eine UBS-Sprecherin. Bisher wurde nur die Einstiegsseite der Bank erneuert. Die Unterseiten werden gegen Ende 2011 neu gestaltet sein.

Nachdem der UBS-Slogan «You&Us» bereits seit letztem Jahr ausgedient hat, wird hinter den Kulissen an einem neuen Claim gearbeitet. Am Logo will die Bank hingegen festhalten.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!