Olav Noack hat als Schweiz-Chef des Versicherungskonzerns Baloise von 2009 bis 2012 ordentlich verdient: Sein Grundgehalt betrug 620 000 Franken. Doch das genügte ihm nicht. Bei seinem Antritt handelte er einen Antrittsbonus von 1,5 Millionen aus. Bei seiner Entlassung strich ihm die Baloise 420 000 Franken davon. Vier Jahre lang kämpfte Noack um dieses Geld. Nun hat er den Rechtsstreit vor dem Bundesgericht verloren, nachdem er bereits zweimal vor Basler Gerichten unterlegen war.

Das Problem ist, dass Noack und die Baloise den Bonus nicht genau definierten. Sie regelten die Angelegenheit wie zu alten Zeiten, als Manager derartige Geschäfte noch per Handschlag an der Bar besiegelten. Beim strittigen Betrag handelt es sich um einen «Long Term Incentive» von Noacks ehemaliger Arbeitgeberin, der Londoner Bank Barclays. Dieses Geld verlor Noack durch seinen Wechsel nach Basel. Die Baloise entschädigte ihn dafür, indem sie ihm das Geld in seine Pensionskasse einzahlte. Der Basler Konzern sagt, es sei abgemacht gewesen, dass Noack mindestens zehn Jahre bleibe und bald vom Länderchef zum Konzern-CEO befördert werde. Da er bereits nach drei Jahren den Posten räumen musste, habe er nur Anspruch auf drei Zehntel des Betrags.

Noack warf seiner ehemaligen Arbeitgeberin vor Gericht vor, sie habe ihn absichtlich getäuscht. Wer allerdings wen übers Ohr gehauen hat, ist selbst nach dem Bundesgerichtsurteil nicht ganz klar. Das Gericht hält lediglich fest, dass Noack nach «Treu und Glauben» den Vertrag im Sinne der Baloise verstehen musste. Die Versicherung hat Glück gehabt, da sie sich nicht präzise abgesichert hatte.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper.