VON ARTHUR RUTISHAUSER

«UBS feuert Liechti», titelte der «SonntagsBlick» letzte Woche. UBS-Kommunikationschef Michael Willi lieferte das passende Zitat: «Wir haben uns von Martin Liechti getrennt.» Die ganze Woche erschienen Meldungen, unter anderem in der «New York Times».

Doch die Sensation hat einen Makel: Sie stimmt nicht. Liechti ist nach wie vor auf der Gehaltsliste der UBS, der Lohn war pünktlich auf dem Konto – und eine Kündigung hat er bisher nicht erhalten. Am Freitag bestätigte UBS-Sprecher Serge Steiner gegenüber dem «Sonntag»: «Es gibt keine Kündigung.» Und das, obwohl Liechti seit August sein Büro bei der Bank nicht mehr betreten darf.

Warum die ganze Aufruhr? Liechti war jener Manager, der letzten Sommer über drei Monate in den USA unter Hausarrest gesetzt wurde und vor aller Welt und mit erhobener Schwurhand vor dem Kongress aussagen musste. Er machte von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Ausgesagt hat er jedoch beim Staatsanwalt in den USA und auch in der Schweiz bei der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK).

Was er sagte, war beide Male dasselbe, nämlich dass er nur ausführte, was ihm von der Bankführung aufgetragen wurde: Das Geschäft mit reichen Amerikanern von der Schweiz aus auszubauen und gewinnbringend zu machen.

Was herauskam, waren zwei verschiedene Wertungen. Gemäss offizieller Lesart des Berichts der Finanz-marktaufsicht Finma (Nachfolgeorganisation der EBK) in der Schweiz tragen Liechti und seine Anlageberater die Verantwortung dafür, dass die Bank in Amerika derart an den Pranger gestellt wurde. Liechti wird im Bericht zwar nicht namentlich genannt, aber sinngemäss ge-meint. Daher liegt es eigentlich nahe, dass man ihn auf die Strasse stellt.


Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!