Das ist nachzulesen im aktuellen Geschäftsbericht der Grossbank. Dort steht in der Anmerkung 28 auf Seite 317: Zur «Errechnung der Anzahl Aktienansprüche wurde die aufgeschobene Komponente der variablen Vergütung» durch «den Durchschnittskurs der Aktie der Gruppe während der zwei Geschäftstage bis zum 16. Januar 2015 dividiert».

In den vergangenen Jahren wurde jeweils eine Periode von zwölf Tagen verwendet. Warum wurden im Jahr 2015 nur zwei Tage berücksichtigt? Der Grund ist der Entscheid der Nationalbank, den Mindestkurs aufzuheben. Dieser erfolgte am 15. Januar. Die Aktienkurse büssten an diesem historischen Tag stark ein. Die CS-Titel sanken am 15. Januar von Fr. 23.20 auf Fr. 20.70 und am 16. Januar auf Fr. 18.80. Für die CS-Chefs war klar: Würden sie den Durchschnittskurs der letzten 12 Tage nehmen, bekämen alle weniger Bonus. Also verkürzten sie die Periode auf zwei Tage. So kamen sie auf einen Durchschnittskurs von Fr. 20.21. Sonst wäre der Durchschnittskurs bei über 23 Franken gelegen.

Ein Rechenbeispiel zeigt, was das bedeutet: Ein Manager erhält einen Aktien-Bonus von 1 Million Franken. Geteilt durch Fr. 20.21 erhält er 49 480 Aktien. Bei einem Kurs von 23 Franken sind es nur 43 478 Aktien. Macht einen Unterschied von 6001 Aktien. Bei jetzigen Aktienkurs von Fr. 27.10 ergibt dies einen Gewinn von über 162 000 Franken.

Über die ganze Bankgruppe betrachtet, geht das Bubentrickli des CS-Verwaltungsrats ins Geld. Laut Geschäftsbericht teilte die CS am 16. Januar allein für aufgeschobene Bonusprogramme 37,2 Millionen Aktienansprüche zu. Durch den zu tief berechneten Durchschnittskurs erhielten die Mitarbeiter 15 Prozent oder 6 Millionen Aktien mehr. Zum heutigen Kurs macht dies 160 Millionen Franken. Über alle Aktienbonus-Programme dürften die Kosten deutlich über 200 Millionen Franken betragen, die zulasten der Aktionäre gehen.

Die Pressestelle begründet die Verkürzung der Berechnungsmethode mit dem Entscheid der Nationalbank. Der Grund sei, «weil der Wechselkurs über die Periode von zwölf Tagen aufgrund des SNB-Entscheids und der dadurch ausgelösten Marktreaktion keine repräsentative Entwicklung mehr darstellte», schreibt die Bank in einer Stellungnahme.

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