Der Kapitalmarkt hat keine Freude an den CS-Aktien. Nach einer turbulenten Woche schlossen die Titel bei knapp über 13 Franken. Wie ein Hedge-Funds-Manager gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt, wird die Reise für die CS weiter nach unten gehen. Er rechnet mit einem Fall unter die psychologisch wichtige Marke von 10 Franken.

Mehrere Faktoren deuten darauf hin, dass die Titel in den nächsten Monaten nachgeben könnten:

> Erstens: der 10. Mai. Dann wird die CS ihre Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Chef Tidjane Thiam hat bereits eine Gewinnwarnung abgesetzt. Er deutete an, dass die Bank einen Verlust einfahren wird, hauptsächlich wegen der Investmentbank. Thiam und sein Team haben ein Chaos angerichtet. Er gab die Devise heraus, illiquide Positionen so schnell wie möglich zu verkaufen. Weil er das überhastet tut, nimmt er grosse Verluste in Kauf. Für den Kurs der Bank wird entscheidend sein, ob Thiam die Investmentbank wieder in den Griff bekommt.

> Zweiter Punkt ist die Dividende von 70 Rappen. Nach dem Zeitpunkt, nachdem die Dividende den Aktionären überwiesen wurde, kommt es zu einem Kursabfall. Solide Aktien erholen sich relativ schnell von diesem Dividendenabgang. Bei anderen dauert es länger. Das könnte bei der CS der Fall sein. Denn es ist nicht sicher, ob die Bank in der Lage sein wird, 2017 eine Dividende auszuschütten. Schon dieses Jahr war es schwierig. Da die Bank für 2015 einen Verlust auswies, wird die Substanz angezapft. Die Aktionäre, die noch im Oktober bei einer Kapitalerhöhung mitgemacht haben, erhalten davon wieder einen Teil zurück. Das macht ökonomisch wenig Sinn.

> Drittens: Statt einer Bardividende können die Aktionäre auch neue Aktien beziehen. Das wiederum führt zu einer Verwässerung der Dividendengewinne, was ebenfalls den Kurs drückt.

> Viertens: Der dramatische Kurszerfall der CS-Aktien (minus 40 Prozent seit Anfang Jahr) hat zur Folge, dass bei Dutzenden Derivaten die sogenannte Barriere eingerissen wurde. Derivate funktionieren simpel: Die Papiere zahlen über die Laufzeit einen fixen Zins, solange die unterliegende Aktie oder mehrere davon nicht unter eine definierte Schwelle fallen. Sobald eine Aktien unten herausrutscht, führt dies zu einem Verkaufsdruck.

> Fünftens: Der Ausblick der Bank ist düster. Weitere Abschreiber stehen an. Noch immer hat die Bank einen Goodwill von 2,5 Milliarden Franken aus der DLJ-Übernahme in den Büchern. Es stellt sich die Frage, ob hier nochmals abgeschrieben werden muss. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Bank auch 2016 mit einem Verlust abschliessen wird. Es wäre das zweite Jahr in Folge. Diese düsteren Mittelfristperspektiven drücken ebenfalls auf den Kurs.

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