Die Credit Suisse hat ihre Bad Bank liquidiert, die sie für die Entsorgung heikler USA-Kunden gegründet hatte. Das zeigen Recherchen der «Schweiz am Sonntag», die von der Bank bestätigt werden. Die in Zürich angesiedelte CS International Advisors AG (CSIA) wurde Anfang Woche mit dem Stammhaus Credit Suisse AG fusioniert. Darin verbliebene Kundenbeziehungen werden nun wieder über die Credit Suisse abgewickelt.

Die Bank begründet den Schritt mit dem Umbau der Bank. «Die CSIA wurde in die Credit Suisse AG integriert, weil beim Abbau des nicht strategischen Geschäftes, das in die CSIA übertragen worden war, erhebliche Fortschritte erzielt wurden», sagt Sprecher Hans-Peter Wäfler. Zudem gebe es keine weiteren Geschäftsbereiche mehr, die in die CISA hätten verschoben werden können.

Die Tochter wurde vor einem Jahr gegründet, um auslaufende Geschäfte mit heiklen Kunden juristisch vom Rest zu trennen. Die Bank übertrug Kundenbeziehungen mit US-Personen und in den USA lebenden Schweizer Expats in die Abwrack-Tochtergesellschaft.

Unklar ist, weshalb diese Trennung nun nicht mehr notwendig sein soll, denn die CSIA ist alles andere als inhaltsleer. Gemäss Handelsregister holt die Bank sogar mehr Bilanzwerte zurück ins Stammhaus, als sie vorher an die CSIA ausgelagert hat. In zwei Schritten verschob sie Anfang Jahr Kundenbeziehungen und Aktiven im Wert von 387 Millionen Franken in die Tochter. Nun fliessen mit der Fusion Aktiven von 405 Millionen Franken zurück. Die Bank erklärt diese Zahlen nicht.

Es bleibt der Eindruck, dass die Gründung der Tochterfirma einen taktischen Hintergrund im Zusammenhang mit dem Schwarzgeldprozess in den USA hatte. Die ersten Kunden wurden nämlich just in den Tagen vor der Anhörung im März an die CSIA übertragen. Nun, da der Prozess abgeschlossen und mit einer Milliardenzahlung vergolten ist, scheint auch die Spezialeinheit für US-Kunden nicht mehr nötig zu sein. CS-Sprecher Wäfler äussert sich dazu nicht.

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