Mit Pharma und Chemie liess sich dieses Jahr gutes Geld verdienen. Die drei für die Aktionäre lukrativsten Firmen aus dem Leitindex SMI stammten allesamt aus dieser Branche. Eine Kleine hat es dabei den ganz Grossen gezeigt: Jean-Paul Clozel, Gründer und Chef des Baselbieter Biotechunternehmens Actelion, verschaffte den Aktionären eine Traumrendite von 56,3 Prozent. An der Börse legte die Aktie seit Jahresbeginn um 55 Prozent auf zuletzt Fr. 116.60 zu. Dazu kam eine Dividende von Fr. 1.20.

Die Börseneuphorie hat bei Actelion einen realen Hintergrund. Im Juni meldete Clozel einen entscheidenden Forschungserfolg. Die Ergebnisse einer klinischen Studie zeigten, dass ein neues Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck im Herz-Lungen-Kreislauf die Überlebenschancen der Patienten deutlich erhöht. Darauf schoss der Aktienkurs von Actelion förmlich in die Höhe. Analysten trauen dem Medikament einen Jahresumsatz von einer bis zwei Milliarden Dollar zu. In Europa läuft bereits das Zulassungsverfahren. Am 23. Dezember hat Clozel auch in den USA die Zulassung beantragt. Diese ist für Actelion überlebenswichtig, weil der bisherige Umsatzträger Tracleer nächstes Jahr den Patentschutz verliert.

Bei einem Ja der Zulassungsbehörden steht Actelion erstmals auf zwei starken Beinen: Vor einem Jahr erhielt das Unternehmen die Zulassung für ein Medikament zur Behandlung von Lungenbluthochdruck, dem Analysten zutrauen, dass es Jahresumsätze von über einer Milliarde Franken erzielen wird.

Imagekönig 2014 ist Joseph Jimenez, Chef des Pharmakonzerns Novartis. Welches das beliebteste SMI-Unternehmen ist, hat die «Schweiz am Sonntag» anhand dieser vier Komponenten errechnet: Wessen Marke wird in der jährlichen Markenwertstudie der US-Beratungsfirma Interbrand als am wertvollsten bezeichnet? Welche Firma wird von Angestellten und Hochschulabgängern in der jährlichen Universum-Studie als attraktivster Arbeitgeber bezeichnet? Wer erhält von der Zürcher Corporate-Governance-Beraterin Z-Rating die besten Noten für seine Unternehmensführung? Und: Welche Firma hat die meisten Follower auf Twitter und Likes auf Facebook?

Novartis punktet insbesondere im Job-Ranking von Universum: Sie wurde von Ärzten und Naturwissenschaftsstudenten auf Platz eins gewählt. Zudem hat keine Schweizer SMI-Firma so viele Twitter-Follower. Laut Interbrand hat Novartis nach Roche die zweitwertvollste Konzernmarke der SMI-Firmen. Einzig im Corporate-Governance-Rating von Z-Rating landet Novartis auf dem schlechten 12. Rang von 20 Firmen. Immerhin ist das, verglichen mit der Ära Vasella, eine klare Verbesserung: Vor einem Jahr lag Novartis wegen der rekordhohen Löhne noch auf Platz 18.

Der gute Ruf passt zur Wende, die bei Novartis in den letzten zwei Jahren stattgefunden hat. Seit dem Abgang von Vasella hat die Aktie deutlich angezogen. Der laufende Umbau des Konzerns beflügelt offenbar die Fantasie der Aktionäre. Auch Konzernchef Jimenez blüht auf: Er wirkt offener, relaxter und kommunikativer, seit der Übervater weg ist.

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