Die US-Botschaft in Bern gerät in den Verdacht, Handys auszuspionieren. Sie beherberge eine leistungsstarke Antennenanlage, sagt ein Insider und langjähriger Kenner der Botschaft gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Über diese Anlage höre die US-Botschaft die Handy-Kommunikation in Bern ab. Die Botschaft hat dafür eine Toplage. Im Umkreis von 200 bis 800 Metern Luftlinie zu ihr haben sämtliche wichtigen Institutionen des Politbetriebs ihren Sitz: alle sieben Departemente, die Bundesanwaltschaft, das Bundeshaus, die Nationalbank und das Fünf-Sterne-Hotel Bellevue, in dem Staatsdiners stattfinden.

Auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hält es für wahrscheinlich, dass Antennenanlagen vorhanden sind. «Es ist denkbar, dass die USA in ihrer Botschaft Antennen haben, um die Kommunikation zwischen anderen Botschaften und den USA abzuwickeln», sagt Bakom-Sprecher Rolf Lobsiger.

Botschaften seien nicht verpflichtet, Antennen zu melden. «Ungefähr ein halbes Dutzend Staaten haben uns ihre Funkanlagen aber freiwillig gemeldet.» Die USA befinden sich nicht darunter. Die US-Botschaft selbst hält fest: «Wir haben Standard-Kommunikations-Apparaturen. Sie erleichtern unsere Kommunikation mit den Vereinigten Staaten. Alle Apparaturen stehen im Einklang mit Schweizer Gesetzen und der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen.»

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