Flight Attendants und Piloten der Swiss beklagen sich nicht selten über ihre zu tiefen Löhne. Berechtigt oder nicht: Das Personal erhält immerhin ein Trostpflaster in Form von Rabatten auf Swiss-Tickets, während andere Firmen Lohn-Zusatzleistungen tendenzielle eher kürzen. Seit diesem Sommer sind die Rabatte bei der Swiss sogar noch grösser.

Im aktuellen Mitarbeitermagazin heisst es, die Tarife seien für alle Angestellten sowie deren Familienangehörige per Juli um bis zu 70 Prozent vergünstigt worden.

Hier ein paar Beispiele, jeweils mit Abflug und Ankunft in Zürich: Athen gibt es in der Economy als Standby-Passagier für rund 20 Franken, in der Business für 60. Bangkok kostet gerade mal 140 respektive 240 Franken. Hinzu kommen jeweils noch die Flughafentaxen. Und auch beim Flug über den Atlantik dürften herkömmliche Passagiere neidisch werden: Nach New York fliegen Crewmitglieder bei einer Fixbuchung für nur 200 Franken in der Holzklasse. Da gönnt sich wohl so mancher den Flug in der Business-Klasse, der nur 420 Franken kostet. Normale Kunden müssen dafür je nach Datum rund 3000 Franken mehr hinblättern.

Rabatte für die Motivation
Laut Swiss wurde das Angebot in den ersten Monaten extensiv genutzt. 1850 Billigflüge seien bereits verkauft worden. Jeder Mitarbeitende kann bis zu zehn Rabatttickets pro Jahr beziehen. Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott sagt, man wolle damit die Motivation der Mitarbeitenden stärken.

Tatsächlich hat diese zuletzt gelitten. Personalumfragen zeigten, dass der Haussegen schief hängt. Viele Angestellte zeigten sich mit dem Management unzufrieden, es mangle an Wertschätzung. Zudem kann es sich die Swiss zurzeit erlauben, Sitze ans Personal zu verhökern. Denn die neuen Boeing-777-Langstreckenmaschinen weisen 50 Prozent mehr Sitzkapazität als die Vorgängerflotte auf. Und diese müssen erst mal gefüllt werden.

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