VON PATRIK MÜLLER

Die Verlagerung von Briefen zu E-Mails beschleunigt sich. Betrug der Rückgang bei den Briefen lange Zeit nur 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr, sind es nun plötzlich 4,8 Prozent. Verwaltungsratspräsident Claude Béglé sagt zum «Sonntag»: «Gegenüber heute erwarte ich bis ins Jahr 2015 einen Rückgang von 30 Prozent.» Damit würden der Post 800 Millionen Franken Umsatz entgehen.

Um darauf zu reagieren, hat der Verwaltungsrat an einer zweitägigen Klausursitzung Ende August unter anderem «Kostensenkung im Bereich Briefpost» zu einem Schwerpunktthema erklärt. Das Ziel soll mit der neuen Logistikstrategie erreicht werden, die bereits letztes Jahr im Grundsatz beschlossen wurde.

Wie viele Stellen wegen dieses Effizienzprogramms abgebaut werden, war bislang öffentlich nicht bekannt. An der Klausur fiel nun aber eine Zahl: 2500 der heute 22 450 Stellen in den Geschäftsbereichen PostMail und PostLogistics werden wegfallen, sollte die Logistikstrategie konsequent umgesetzt werden. Dies sagt ein Insider dem «Sonntag».

Über die genaue Umsetzung der neuen Strategie muss aber noch entschieden werden; erste Pilotversuche, etwa mit der Postzustellung erst am Nachmittag, laufen bereits. Die Strategie soll bis Ende 2012 umgesetzt sein. Verwaltungsratspräsident Claude Béglé bestätigt, dass die Logistikstrategie die Kosten massiv senke: «Sie ist eine relativ aggressive Strategie. Sie reduziert die Kosten stark – und Kosten, das bedeutet Beschäftigung.»

Zur Zahl der 2500 Stellen möchte er sich nicht äussern. Entlassungen im grösseren Stil kann er sich «unter den heutigen Umständen nicht vorstellen». Im Vordergrund stehen Fluktuation und Umplatzierungen. Zudem erstreckt sich die Umsetzung über mindestens drei Jahre hinweg. Béglé verspricht, die Post bleibe ein sozialer Arbeitgeber.

Während die Post in Brief/Logistik Jobs streicht, baut sie etwa bei PostAuto, PostFinance und bei den neuen Technologien Arbeitsplätze auf. Für die Kunden ändert sich vor allem eines: Private müssen damit rechnen, dass sie die Post erst am Nachmittag im Briefkasten haben.

Ausserdem gibt es weniger Briefeinwürfe: Jeder fünfte der heute rund 20 000 gelben Briefkästen wird abmontiert. Dafür entstehen an neuen Orten (Tankstellen, neue Siedlungen) einige hundert neue Kästen.

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