In der kommenden Wintersaison werden so viele chinesische Touristen wie noch nie die Schweizer Skipisten bevölkern. «Wir verhandeln zurzeit mit zwölf Reiseveranstaltern aus Peking, Schanghai, Kanton und Hongkong, die gezielt Gruppenreisen für chinesische Skifahrer anbieten», sagt Simon Bosshart, Leiter Asien/Pazifik bei Schweiz Tourismus.

Allein mit diesen Reiseveranstaltern kommen 1200 bis 1500 chinesische Wintersportler ins Land, die schätzungsweise 7000 bis 9000 Hotelübernachtungen generieren. Das sind etwa drei Mal mehr als vor einem Jahr. Hinzu kommen die Gäste eines taiwanesischen Reiseveranstalters, der ebenfalls Skireisen in die Schweiz anbieten wird. Plus eine nicht abschätzbare Zahl chinesischer Einzelreisender, die auf eigene Faust einen Aufenthalt in einem Skigebiet buchen.

Je nach Veranstalter flitzen die chinesischen Gäste eine ganze Woche, einige Tage oder nur während eines Nachmittags über den Schnee. Die meisten werden zum ersten Mal in ihrem Leben auf den Skiern stehen. Für sie holt Schweiz Tourismus wie schon vor einem Jahr sieben chinesische Skilehrer in die Schweiz. Sie arbeiten ab der ersten Dezemberhälfte während der ganzen Wintersaison in Davos, St. Moritz, Engelberg, Grindelwald, Gstaad, Villars und Zermatt. Eine ihrer heikleren Aufgaben: Sie müssen die chinesischen Ski-Anfänger davon abhalten, übermütig zu werden: Gemäss den Erfahrungen aus dem Vorjahr haben viele bereits nach der ersten Skistunde das Gefühl, sie könnten eine schwarze Piste meistern.

Zum Massenphänomen auf Schweizer Skipisten werden die Chinesen trotz des diesjährigen Efforts nicht werden – das weiss man auch bei Schweiz Tourismus. Aber die Zeitungsberichte und Bilder von ihnen sollen in Asien bewusstmachen, dass die Alpen auch in der kalten Jahreszeit besucht werden können. Bisher nehmen die meisten Asiaten den Winter nur als Nebensaison wahr.

«Wir versuchen, die Wintersaison in Asien bekannt zu machen», sagt Simon Bosshart von Schweiz Tourismus. Das gelte nicht nur für China, sondern auch für Indien und Südostasien. «Das wird ein grosser Markt werden.»

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