VON FELIX BINGESSER

Eine Legende hat es nicht immer einfach. Mitunter kann der rot-blaue Glorienschein über dem kahlen Haupt auch zur Hypothek werden. Wenn Karli Odermatt dieser Tage über das Gelände beim St.-Jakob-Park spaziert, dann wird er von hartnäckigen Anhängern auch schon mal verfolgt. «Was ist los mit unserem FCB?», wollen die Fans wissen.

Odermatt sucht dann nach Erklärungen und ist bemüht, Volkes Seele zu besänftigen. «Wir müssen jetzt mit dem FCB Geduld haben», lautet seine Kernbotschaft.

Wenig später wischt sich Karli den Capuccino-Schaum vom Mund und sucht nach handfesteren Erklärungen. Hat ihm bei der Champions-League-Auslosung das Herz geblutet, als dem FC Zürich Milan, Real und Marseille zugelost wurden? «Ich mag es dem FCZ auch gönnen. Mal läuft es so, mal läuft es anders», sagt Karli etwas fatalistisch.

Und ergänzt: «Natürlich schauen wir etwas neidisch nach Zürich.» In diesen Tagen steht der FCZ im Blickpunkt und sein Traumlos in der Champions League ist letztes Indiz, dass der FC Basel als Fussball-Hauptsadt der Schweiz abgelöst wurde. «Wir haben nach wie vor die beste Infrastruktur, wir haben nach wie vor 25 000 Zuschauer, wir sind nach wie vor der Nabel der Fussballschweiz», sagt Odermatt dazu schon fast trotzig.

Aber auch er weiss, dass vieles derzeit nicht so läuft, wie man es sich nach der zehnjährigen Ära von Christian Gross vorgestellt hat. «Gross war ein sensationeller Trainer. Aber man vergisst jetzt, dass sich vieles abgenutzt hat und vieles zur Gewohnheit geworden ist.

Es war klar, dass es jeder Trainer nach Gross schwer haben würde. Ich habe immer gesagt, dass es für den FCB bis im Winter um Schadensbegrenzung geht. Der Trainer und die neuformierte Mannschaft brauchen einfach Zeit.»

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!