Ihr Teamkollege Matias Delgado meint, spätestens in einem halben Jahr würden Sie Ihren Rücktritt bereuen und ein Comeback anpeilen.
Marco Streller: Sicher, sicher nicht. Ich kann nicht sagen, wie ich mich fühle im Winter. Ich habe Respekt, aber keine Angst, weil ich mich zu sehr freue auf das, was jetzt kommt. Der Hintergrund von Matias’ Aussagen ist, dass er gerne noch ein Jahr mit mir zusammen spielen würde. Genau das wird mir auch fehlen: Mit den Jungs im Joggeli auf einem tollen Rasen den Ball hin- und herspielen, das macht Spass. Das Spiel an sich, das wird mir fehlen. Aber das ganze Drumherum, oder Druck, Druck, Druck – wie bin ich froh, habe ich das nicht mehr.

Sie sind schon einmal auf Ihren Rücktritt zurückgekommen . . .
Ja, das war in der Nationalmannschaft, aber eine ganz andere Situation – und im Nachhinein würde ich das anders machen. Ich denke, dass ich in der Super League noch ein Jahr mithalten könnte. Aber ich bin ein 100-Prozent-Typ – und ich bin nicht mehr 100 Prozent überzeugt davon. Ich habe noch kein einziges Mal meine Entscheidung bereut. Ob ich es im Winter bereue? Wer weiss – aber ein Rücktritt vom Rücktritt ist ausgeschlossen.

Was sagt Ihnen drei Monate nach Ihrer Rücktrittsankündigung, dass es immer noch der richtige Schritt ist?
Der Körper schmerzt, vor allem beim Aufstehen. Das war vor drei Monaten, als ich den Rücktritt beschlossen habe, noch nicht so. Doch seit der Kopf weiss, es ist bald vorbei, lässt er die Schmerzen zu und bestätigt mir so, dass es richtig ist. Und ich hatte in den Spielen seither nicht mehr die ganz grosse Spannung der Jahre zuvor, wenn es raus auf den Platz ging. Es hatte etwas von Auslaufen, wobei ich die Spannung für den Cupfinal noch mal aufbauen muss – aber dafür bin ich erfahren genug.

Gab es bereits in den vergangenen Jahren Momente, in denen Sie einem Rücktritt sehr nahe waren?
Als vor einem Jahr klar war, dass Valentin Stocker und Yann Sommer uns verlassen, das hat mir extrem wehgetan, da spielte ich ein paar Tage mit dem Gedanken, aufzuhören. Doch ich war mir auch der Verantwortung bewusst, die auf mir lastet, wenn Valentin und Yann gehen. Wenn ich dann auch noch gegangen wäre . . .

Menschen über 60 rät man zur Vorbereitung auf die Pension. Wie ist das bei Ihnen?
Seit rund einer Woche setze ich mich jetzt intensiv damit auseinander, dass es vorbei ist. Die Gedanken sorgen bei mir für weiche Knie – und wenn wir noch länger darüber sprechen, fange ich noch an zu heulen (lacht).

Haben Sie Angst vor dem Nichtstun?
Ich konnte während der Karriere in den Ferien nie ganz abschalten; jetzt reisen wir im Sommer als Familie sechs Wochen nach Florida. Jeder sagt: «Wow, super, freu dich doch!» Das tue ich, aber ich habe auch Respekt davor, wie es mir nach 2 bis 3 Wochen gehen wird. Werde ich unerträglich sein für die Kinder und meine Frau? Aber ich denke, darauf kann man sich nicht vorbereiten, daher lasse ich es auf mich zukommen. Bis 1. September will ich nichts zu tun haben, dann beginnt das neue Berufsleben, dann muss es weitergehen, dann brauche ich wieder eine Beschäftigung.

Die Sie beim FC Basel finden werden.
Ja – und es steht auch schon fest, was meine Aufgabe sein wird. Mehr kann ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Ihnen wird niemand mehr den Tagesablauf diktieren, Sie werden Ihr Leben in die eigenen Hände nehmen müssen.
Davor habe ich den grössten Respekt. Ich neige dazu, ein Chaot zu sein. All meine Interviewtermine in den letzten Wochen musste ich mir ins Handy eintragen, sonst hätte ich sie verschlampt. Mein neuer Alltag beginnt wohl so um 8 Uhr und endet um 19 Uhr, auch diese Neun-Stunden-Tage sind mir bislang fremd. Dafür werden die Wochenenden frei sein . . .

Wie stellen Sie sich Ihr neues Leben vor?
Ich muss Flexibilität lernen. Aber ich stelle es mir vor allem schön vor: Am Freitag spontan nach Grächen fahren und dort das Wochenende verbringen, statt irgendwo in einem Hotelzimmer. Oder Ski zu fahren, statt nur die Kinder in die Schule zu bringen. Oder ins Après-Ski gehen, ohne Angst davor zu haben, in einer unvorteilhaften Situation fotografiert zu werden.

Geniessen Sie es eigentlich, berühmt zu sein?
Als junger Spieler habe ich es sehr genossen. Etwa durch den Hintereingang in die Disco zu kommen, statt mich in die Warteschlange zu stellen. Je älter ich werde, umso mehr Mühe habe ich mit der Berühmtheit. Ich würde viel dafür geben, mich zwei Tage lang unerkannt in Basel bewegen zu können. Klar, in 99,9 Prozent, vor allem in Basel, sind die Reaktionen positiv. Aber ich würde gerne mit meinen Kumpels in einer Bar hocken und nicht fotografiert oder angesprochen werden.

Aber die Schulterklopfer tun Ihnen schon gut?
Klar, ich habe ja andere Zeiten erlebt. Als wir in der letzten Saison unter Christian Gross (2008/09; d. Red.) keinen Erfolg hatten, drehte der Wind und die Sprüche der Passanten waren auch mal unter der Gürtellinie. Trotzdem bin ich in die Stadt gegangen und habe mich der Kritik gestellt. Schliesslich bin ich ein Mann des Volkes.

Keiner würde es wohl je zugeben, aber es gibt Spieler, die brauchen die mediale Aufmerksamkeit. Und vermissen es entsprechend, wenn Sie nach der Karriere nicht mehr gefragt sind.
Glauben Sie mir, das wird bei mir nicht so sein. Jede Sekunde mehr, die ich wie ein «normaler» Mensch verbringen kann, werde ich geniessen. Ich stelle es mir so vor: Die Medien werden sich vor allem für mich interessieren, wenn es der Mannschaft ohne mich nicht laufen sollte. Im Sinne von «Streller fehlt an allen Ecken und Enden». Ich muss vor der nächsten Saison die Jungs extra motivieren, damit ich meine Ruhe habe (lacht).

Sie waren 15 Jahre lang Profi. Was haben Sie in dieser Zeit über den Fussball gelernt?
Mich hat das Geschäft nicht verändert. Viele nennen den Fussball ein Drecksgeschäft, aber jeder kann selber steuern, was es mit einem anstellt. Ich hatte immer die gleichen Leute um mich herum, die mich beraten und das Finanzielle regeln. Man kann den Scharlatanen aus dem Weg gehen. Schön ist die Erkenntnis, dass man auch in einer Wohlfühloase, wie der FCB eine ist, Erfolg haben kann. Viele sagen, für Erfolg brauche es Reibereien – nein! Wir beweisen hier das Gegenteil. Etliche Spieler, die uns verlassen, möchten zurückkommen.

Auch das Berühmtsein hat sich verändert in diesen 15 Jahren.
Wenn ein junger Spieler ein Bild ins Facebook lädt, muss er damit rechnen, dass es am nächsten Tag in der Zeitung steht. Oder die Menschen fotografieren einen anonym und schicken die Bilder an die Redaktionen. In meinen Augen eine sehr gefährliche Entwicklung. Ich habe kein Facebook oder Twitter. Ich komme aus einer Zeit, in der wir ein Rundtelefon gemacht haben, um uns zum Kicken zu verabreden.

Ist der Fussball für Sie immer noch ein Spiel?
(überlegt lange) Phuu . . . schwierig! Die Essenz des Spiels, das Unbeschwerte, dieses Reine, das, was wir als Kinder alle am Fussball geliebt haben, das fehlt schon. Kürzlich hatte mein sechsjähriger Sohn ein Turnier: Die Verlierer haben geweint, die Gewinner sind vor Stolz fast geplatzt, die Eltern an der Seite haben mitgefiebert, am Ende haben sich alle die Hand gegeben und 30 Minuten später sind alle Kids wieder zusammen dem Ball hinterhergejagt. Als Profi hat man immer Druck, es geht um irrsinnig viel Geld, da geht der Spieltrieb manchmal schon verloren.

Das tönt traurig.
Mittlerweile wird im Fussball betrogen, Schiedsrichter-Entscheide münden in eine Staatsaffäre, wir reden über Torlinientechnik. Der Fussball verliert immer mehr seine Seele. Mich haben die Emotionen an Titelfeiern angetrieben – diese Momente machen süchtig, dafür verzichtete ich gerne auf vieles und akzeptierte die Regeln des Geschäfts.

Sind Sie enttäuscht über die Entwicklung des Fussballs?
Enttäuscht darf man nicht sein über etwas, das einen reich gemacht hat – und das nicht nur finanziell. Aber man muss aufpassen, wo es hinführt. Nehmen wir die TV-Verträge: In England kassiert der Absteiger bald das 20-Fache von dem, was wir kriegen. Dort verdienen Spieler x Millionen, obwohl sie beim FCB keinen Stammplatz hätten. Aber auch der FCB macht 100 Millionen Umsatz – wer hätte das gedacht vor zehn Jahren? Ist das gesund? Trotzdem: Ich muss vorsichtig sein mit Kritik, der Fussball hat mir genauso vieles erleichtert im Leben.

Und was denken Sie über die Veränderungen des Spiels an sich?
Die Jungen werden immer schneller, immer kräftiger. Nehmen wir Breel Embolo: Der kommt mit 17 zu den Profis, aber der muss nicht mehr in den Kraftraum. Der ist eine Maschine. Diese Entwicklung ist mit ein Grund für meinen Rücktritt. Ich komme körperlich nicht mehr mit. Ich kassiere viel mehr Schläge als früher, die Verteidiger sind physisch unglaublich stark. Warum ist das so? Weil die Jungen heute mit 13 schon wie die Profis trainieren, ich habe meinen ersten Vertrag mit 20 unterschrieben und vorher in der 2. Liga gekickt. Ich frage mich aber auch: Ist die Grenze erreicht? Kann man dynamischer sein als Breel? Wo führt das hin?

Die Typen sterben aus.
Was sehr schade ist. Nach einem verlorenen Trainingsspiel zucken einige Junge mit den Schultern; verloren, na und? Ich habe die Bälle bis zuletzt weggeschwartet, wenn ich verloren habe, ich kann einfach nicht verlieren. Niederlagen zu hassen, das müssen die Jungen wieder lernen. Bei schlechtem Wetter mussten wir früher die Nummer 162 wählen, wo dann eine Stimme auf Band sagte, dass das Spiel nicht stattfindet. Da ist für mich jedes Mal eine Welt zusammengebrochen, mein Wochenende war dahin. Es ist die Freude an den elementaren Dingen des Fussballs, die ich bei einigen Jungen vermisse. Fussball ist für die Jungen oftmals schon viel zu früh Arbeit statt nur Spass.

Es wird unmöglich sein, Sie 1:1 zu ersetzen. Trotzdem: Finden Sie die Diskussion darüber, welch grosser Einschnitt Ihr Rücktritt ist, übertrieben?
Schwierige Frage . . . Ich habe im Verein Sachen gemacht, die weit über das Stürmersein hinausgehen. Es sind Aufgaben, die man auch dann noch ausüben kann, wenn man nicht mehr auf dem Rasen steht. Das Vermitteln, das Brückenbauen zwischen den verschiedenen Kulturen war wie ein zweiter Job. Sportlich mache ich mir überhaupt keine Sorgen, so gesehen, kann ich mit gutem Gewissen aufhören. Wir alle kennen Breel. Hoffen wir, dass er bei uns bleibt.

Es geht schon vor allem um den Verlust der Führungsperson Marco Streller.
Wer hätte gedacht, dass sich dereinst so viel auf meine Person fokussiert, als Thorsten Fink mich vor vier Jahren zum Captain gemacht hat? Das macht mich zuversichtlich, dass ein anderer in meine Rolle schlüpfen kann. Mit der Hilfe von anderen, so wie mir Beginn Beni Huggel und Alex Frei geholfen haben.

Wen meinen Sie?
Fabian Frei wäre der geborene Typ dafür. Nur ist es möglich, dass es ihn ins Ausland zieht, was ich verstehen und ihm sehr gönnen würde. Oder Matias Delgado: Er ist wie ich. Hätten wir die gleiche Muttersprache, wären wir die besten Freunde! Er macht unglaublich viel für die Integration der Latinos und der Jungen.

Aber er ist kein Basler.
Ach hört auf mit dieser Argumentation! Man muss nicht hier geboren sein, um als Integrationsfigur zu taugen. Fabian, Matias, Luca, Behrang oder Marek – die spüren den Verein ebenfalls.

Was fehlt denn aus Ihrer Sicht der Mannschaft, wenn Sie jetzt aufhören?
Ehrlich gesagt, müssen das andere beurteilen, ich rede nicht gerne über mich. Mein Rücktritt ist die Chance für andere, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Spieler, die vielleicht auch gelitten haben unter Ihrer riesigen Präsenz?
Ja, genau. Ich war für einige wohl auch ein Schutzschild. Jetzt, wo ich weg bin, zeigt sich, wer wirklich Persönlichkeit hat und vorneweg marschiert. Ich bin sicher, wir werden Überraschungen erleben: Ein Luca Zuffi kann das, obwohl er ein introvertierter Typ ist. Aber er will auf dem Platz den Ball und übernimmt Verantwortung, so einer ist für mich genauso ein Leader wie ein Schreihals.

Was ist mit Walter Samuel? Sie machen kein Geheimnis daraus, dass Sie sich seinen Verbleib wünschen.
Das wäre gigantisch. Ich habe selten einen so erfolgreichen Spieler gesehen, der so bescheiden geblieben ist. Er spricht nur selten, aber wenn er spricht, ist Ruhe und alle hören zu. Manchmal reicht ein Blick von ihm – und jeder weiss, was er zu tun hat. Beeindruckt hat mich, wie er mit der Kritik nach dem 1:5 in Madrid umgegangen ist. Obwohl auch andere nicht gut gespielt haben, hat er sich nicht gewehrt gegen die Kritik – weil es ihn null gestört hat. So konnten sich andere hinter ihm verstecken. Alle wünschen sich, dass er bleibt. Das wäre sehr, sehr wichtig.

Ihr Rücktritt ist die Chance für Ihre Teamkollegen, aus Ihrem Schatten zu treten. Ist er auch die Chance für YB, nächste Saison Meister zu werden?
(lacht) Das hat nichts mit mir zu tun, aber YB ist nächste Saison ein ganz heisser Titelkandidat. Das spüren sie, das spüren wir. Können sie ihre Schlüsselspieler wie Steffen, Vilotic und Hoarau behalten, dann wird YB den FCB lange fordern. Aber . . .

. . . ja?
Wenns hart auf hart kommt, muss man bereit sein. In den letzten Jahren hat YB in entscheidenden Momenten meistens keine gute Figur abgegeben. Das wissen auch die Spieler, die damals noch nicht dabei waren. Wie lange wartet YB auf den Titel? 30 Jahre? Dieser Fakt ist im Hinterkopf, wenn es ernst gilt.

Wie wichtig wäre es, wenn die Basler Vorherrschaft durchbrochen würde?
Schade ist, dass eine Meisterfeier für uns Spieler und für die Fans nicht mehr so emotional ist. Wie kann man das ändern? Indem ein-, zweimal ein anderer Meister wird. Oder indem man sich andere Ziele setzt: In zwei Jahren will ich auf dem FCB-Trikot den zweiten Stern für 20 Meistertitel, dann greifen wir die 27 Titel von Rekordmeister GC an. Mit solchen Aussagen packt man den Basler.

Leidet langfristig nicht auch die Wettbewerbsfähigkeit im Europacup, wenn der FCB national kaum gefordert ist?
Nein. Ein Viertelfinal in der Champions League ist auch dann unrealistisch für einen Schweizer Klub, wenn nicht immer der FCB Meister wird. Es heisst immer, der FCB habe das grösste Budget, könne sich jeden Spieler leisten. Das mag teilweise stimmen, aber in Bern werden ähnlich gute Löhne bezahlt. Natürlich hatten wir Gigi Oeri – doch seit sie als Präsidentin abgetreten ist, schreiben wir noch öfter schwarze Zahlen, weil wir da oben einfach fähige Leute haben. Was ich sagen will: Ein Penalty ist noch kein Tor, man muss ihn verwerten.

Was haben Sie aus den Fällen von Alex Frei und Beni Huggel gelernt, die den FCB unmittelbar beziehungsweise ein Jahr nach dem Rücktritt mit Nebengeräuschen verlassen haben?
Wenn man als Spieler ganz oben war, will man auch nach der Karriere wieder dahin. Das ist ganz normal. Es gibt Phasen im Leben, die schwieriger verlaufen – so wie zuletzt bei Alex und Beni. Das tat mir sehr leid für die beiden, weil sie meine Freunde sind.

Kann Ihnen das auch passieren?
Ich habe von uns drei sicher das engste Verhältnis zu unserem Präsidenten Bernhard Heusler. Wir liegen auf der gleichen Wellenlänge. Dazu kommt: Ich will nicht Trainer werden. Aber falls doch: Die Jobs sind rar und gerade in unserer Nachwuchsabteilung von guten Leuten besetzt. Die kann man doch nicht einfach rausschmeissen, nur weil eine Vereinslegende den Job will. Ich habe Beni gesagt, dass ich in ihm mehr sehe als einen Trainer. Und Alex hat gesagt, dass er nie Trainer werden will – und jetzt beginnt er bei uns im Nachwuchs. Man kann sich noch so viel vornehmen: Man muss herausfinden, wo einen der Weg nach der Karriere hinführt.

Heisst: Sie könnten also doch irgendwann FCB-Trainer sein?
Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber: Ich war vor einem Jahr überzeugter davon, nie Trainer zu werden, als ich es heute bin.

Warum der Sinneswandel?
Sinneswandel? So weit sind wir noch nicht (lacht). Warum habe ich immer ausgeschlossen, Trainer zu werden: Weil ich ehrlich gesagt nicht viel mit Taktik anfangen kann. Schon gar nicht damit, jemandem Taktik beizubringen. Als Stürmer bestand das Spiel für mich darin, irgendwie an den Ball zu kommen und ihn ins Tor zu schiessen. Aber der Trainerjob hat heute nur noch wenig mit Taktik zu tun, dafür hat man seine Assistenten. Als Trainer ist man vor allem Psychologe – und das beherrsche ich und es macht mir Spass.

Können Sie sich vorstellen, einmal für einen anderen Klub zu arbeiten als für den FC Basel?
Nein. Ausser für den FC Arlesheim, wo mein Sohn kickt. Ich kann mir aber vorstellen, ausserhalb des Fussballgeschäfts einen Job zu übernehmen.

Zum Schluss nun noch der Cupfinal gegen Sion. Schöner könnte die Bühne Ihres Abgangs kaum sein.
Wichtig war mir, als Meister abtreten zu können. Der Cup wäre Zugabe. Dass es gegen Sion geht, ist schön, weil ich eine spezielles Verhältnis zum Wallis habe. Wir haben in Grächen ein Ferienhaus, wo ich mich extrem wohlfühle. Es gibt ein Volksfest, ein Fussballfest – ich freue mich riesig. Aber egal, wie das Spiel ausgeht: Am Abend begiesse ich mit meiner Familie und meinen Freunden eine schöne Karriere!

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