Die Gegner ändern sich. Die Schweiz bleibt gleich. Mehr noch. Die Schweiz wird immer besser. Nach dem 1:0-Sieg im ersten Spiel gegen Dänemark und dem 2:0 vom vergangenen Dienstag über Island hat die Schweizer U21 ihr drittes Gruppenspiel gestern Samstag mit einem 3:0 über Weissrussland beendet.

Mit neun Punkten und einem Verhältnis von 6:0 Toren zieht die Schweizer U21 als souveräne Gruppensiegerin in den Halbfinal ein. Am Mittwoch wird sie im Westen Dänemarks, in Herning,
gegen das zweitplatzierte Team der Gruppe B um den Finaleinzug spielen. Wer der Schweizer Gegner sein wird, das entscheidet sich in den Spielen des heutigen Abends zwischen England und Tschechien sowie Spanien und Ukraine. Noch alle diese Teams können sowohl den ersten wie den zweiten Platz erreichen. «Wir haben viel Respekt für jeden Gegner und nun hat auch jeder Gegner Respekt vor uns», sagt der Erfolgstrainer der Schweizer U21, Pierluigi Tami.

Die Schweiz musste nicht alleine den Halbfinaleinzug feiern. Trotz der 0:3-Niederlage konnten die Weissrussen nach Schlusspfiff mitjubeln. In Aalborg hatte Gastgeber Dänemark mit 1:3 gegen Island verloren und somit den zweiten Platz in der Gruppe verpasst.

Mit Weissrussland kommt das Team weiter, das nach der Schweiz die besten spielerischen Qualitäten in der Gruppe aufgewiesen hat. Obwohl die Mannschaft von Pierluigi Tami schon nach fünf Minuten wieder früh in Führung gegangen war, hatte Weissrussland nicht aufgesteckt und die Schweiz vor die bisher grössten Probleme in diesem Turnier gestellt. Auch wenn die Osteuropäer nur zu wenigen Chancen gekommen waren, wiesen sie einen guten Ballbesitz auf und kamen mit Einfachheit in die gefährlichen Zonen.

Doch dort wartete eine sehr aufmerksame Schweizer Defensive mit den starken Innenverteidigern Rossini und Klose, die das Führungstor Mehmedis auf Penalty (5.) nicht aus den Händen gegeben hat. In der Mitte zählte die Schweiz weiter auf Xherdan Shaqiri, der immer mehr zur Attraktion des Turniers wird und auch am gestrigen Abend viel Genialität auf dem Rasen von Aarhus zeigte und die Weissrussen zu unzähligen Fouls zwang. Eines beging Sergei Metveychik in der 68. Minute und musste nach der zweiten gelben Karte vom Platz. Ab hier hatte die Schweiz ein leichtes Spiel. Sie konnte das 2:0, das Mehmedi mit einem prächtigen Schlenzer kurz vor der Halbzeit erzielt hatte, verteidigen und setzte unmittelbar vor dem Abpfiff (93.) den Schlusspunkt mit dem eingewechselten Frank Feltscher.

Trainer Pierluigi Tami hatte im Vorfeld des Turniers den Einzug in den Halbfinal als Ziel deklariert. «Ich bin nun froh, dieses erste Vorhaben realisiert zu haben», sagte der Tessiner nach Spielschluss, «es war unser grosser Wunsch und ich glaube, dass wir dieses Resultat auch verdient haben.» Damit hat der Trainer recht. Seine Mannschaft hat bisher eine disziplinierte, kraftvolle und zugleich attraktive Europameisterschaft gespielt und sich neben den Spaniern als Titelkandidat angemeldet. «Nun setzten wir uns keine Grenzen», sagt Tami. Ab dem Halbfinal sei alles möglich und alle vier Teams hätten ihre Ambitionen. Die Schweiz kann sehr weit kommen, auch wenn sie nach der zweiten Verwarnung am Mittwoch auf den gesperrten Granit Xhaka verzichten muss.

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