VON KURT-EMIL MERKI UND FRANÇOIS SCHMID

Um ein Haar wäre ein ganz Grosser auf dem Sportplatz Widmen in Muotathal gelandet. Der russische Staatspräsident Dmitri Medwedew bewegt sich während seines Staatsbesuchs auf den Spuren von General Alexander Suworow. Und weil dieser Suworow im 18. Jahrhundert im Franziskanerinnenkloster von Muotathal mal Quartier genommen hatte, will Medwedew nun dort vorbeischauen.

Dass am kommenden Mittwoch aus dem schmucken Sportplatz ein simpler Flugplatz wird, hat Stefan Betschart (45) verhindert. Er ist der Präsident des FC Muotathal. Sein Njet hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Sondern: «Der schwere Helikopter hätte den Platz kaputt gemacht.»

Wie auch immer: Am Samstag präsentiert sich der Sportplatz in einwandfreiem Zustand. Am Nachmittag haben sich hier Junioren aus der Gegend ausgetobt. Auf 18 Uhr ist der Höhepunkt der Klubgeschichte anberaumt: Im Rahmen der 1. Hauptrunde des Schweizer Fussballcups spielt die 1. Mannschaft des FC Muotathal gegen den FC Dottikon.

Die beiden Vereine aus der 3. Liga haben sich für die Hauptrunde qualifiziert, weil sie entweder Innerschweizer Cupsieger geworden sind. Oder weil sie im Aargauer Cupfinal gegen eine Mannschaft unterlagen, die nicht in die Hauptrunde einziehen darf.

Muotathal gegen Dottikon: Das ist Réduit gegen Sprengstoff. Das ist Voralpenregion gegen Mittelland. Das sind Schweizer gegen Ausländer. Bei der Pfarrkirche von Muotathal gibt es einen Gedenkstein. Darauf heisst es: «Den Wohltätern der Gemeinde.» Und darunter stehen Namen wie: Betschart, Föhn, Schelbert und Gwerder.

Und akkurat diese Namen stehen auch auf der Mannschaftsliste des FC Muotathal. Präsident Betschart – ehemaliger Stürmer der 1. Mannschaft – sagt: «Nein, wir haben keine Ausländer in unserem Team.» Den Ausländeranteil in der Gemeinde, in der rund 3500 Menschen wohnen, beziffert der Kundenberater der Raiffeisenbank «auf klar unter zehn Prozent».

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