VON DAVID BERNOLD, BEAVER CREEK

An einem Fahrer führt derzeit kein Weg vorbei. Carlo Janka, der coole Bündner, feierte einen Tag nach seinem Triumph in der Super- Kombination seinen Premierensieg in der Abfahrt– und hatte dabei auch das Glück auf seiner Seite. Didier Cuche lag zwei Hundertstel, Aksel Lund Svindal als Dritter vier Hundertstel zurück. «Es läuft im Moment wirklich super. Es war ein perfektes Wochenende bisher. Nach der Kombinations-Abfahrt hatte ich mir natürlich auch für heute etwas ausgerechnet. Dass es gleich ganz nach vorne gereicht hat, überrascht mich aber schon», berichtete Janka nach seinem vierten Sieg im Weltcup.

Dass er nun auch in der Gesamtwertung zu einem ganz heissen Anwärter aufgestiegen ist, lässt Janka kalt - trotz Führung mit jetzt 41 Punkten Vorsprung vor Cuche. «Daran verschenke ich noch keine Gedanken. Die Saison hat ja erst begonnen. Ich nehme weiterhin Rennen für Rennen.»

Einmal mehr schrammte Cuche um einen Wimpernschlag am Sieg vorbei. Der Neuenburger nahm die knappe Entscheidung zu seinen Ungunsten sportlich und mit Humor zur Kenntnis. Ist es erträglicher, hinter einem Schweizer mit einem so knappen Rückstand Zweiter zu sein, Didier Cuche? «Das wäre so, wenn es nicht hinter ‹Jänks› wäre», sagte der Routinier mit einem Lachen, war dann aber des Lobes voll über die abermals famose Leistung seines Teamkollegen. «Nein, im Ernst. Sein Talent ist ein Geschenk Gottes. Ich wäre froh gewesen, hätte ich das Gefühl für die richtige Linie in der Abfahrt so früh in meiner Karriere gehabt.»

Mit ihrem «Doppelpack» schrieben Janka und Cuche auch ein weiteres Kapitel Skigeschichte. Schliesslich waren seit dem letzten Schweizer Mehrfach-Erfolg in der Abfahrt beinahe 14 Jahre vergangen. Damals, im Januar 1996, hatten Bruno Kernen, William Besse, Daniel Mahrer und Xavier Gigandet in Veysonnaz sogar für einen «Vierfachen» gesorgt. Seit dem letzten Sieg in Beaver Creek sind sogar schon 15 Jahre vergangen. Gewonnen hatte ebenfalls Besse. Didier Défago rundete trotz missratener Einfahrt in den Steilhang als Neunter das Schweizer Ergebnis ab.

Weniger gut lief es den Schweizer Frauen in Lake Louise. Als Einzige konnte Dominique Gysin die Erwartungen erfüllen.