An einer Weltmeisterschaft zu spielen, ist der Traum jedes Fussballers. Es geht um ein Ereignis, das keiner verpassen will. Die kommende WM ist in dieser Hinsicht noch spezieller: 2014 wird in Brasilien gekickt, beim Rekordweltmeister (5), im Land, das verrückt nach dieser Sportart ist und aus dem viele der grössten Spieler aller Zeiten wie Garrincha, Pelé, Zico, Romario oder Ronaldo stammen.

Ausgerechnet der grosse Torjäger Ronaldo, 62-facher Schütze für Brasilien, hat sich am Samstagabend in Rio de Janeiro für einmal als Assistgeber ausgezeichnet. Er hat der Schweiz einen Steilpass zur WM in Brasilien gespielt: Als er die Qualifikations-Gruppen für den europäischen Kontinent ausloste, hatte er für unsere Nationalmannschaft ein glückliches Händchen. Er fischte die Kugel der Schweiz aus dem Topf 3 und teilte sie in die Gruppe E mit Norwegen, Slowenien, Albanien, Zypern und Island ein. Die Schweiz hat damit das Glück, aus dem Topf 1 keine der Topnationen wie Spanien, Holland, Deutschland, England, Portugal oder Italien bekommen zu haben. Und aus Topf 2 mied Ronaldo starke Teams wie Frankreich, Russland, Schweden, Türkei oder Serbien.

Der Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld war nicht nach Rio gereist. Er blieb in der Schweiz, um Spiele zu beobachten und den Test gegen Liechtenstein vom 10. August vorzubereiten. Hitzfeld verfolgte die Auslosung aus seinem Stammlokal in Riehen am Fernsehen. Auch er freute sich über die besondere Glücksfee: «Ich werde Ronaldo ein feines Essen spendieren für diese Auslosung», sagte der Schweizer Nationalcoach kurz nach 22 Uhr gegenüber der Agentur Sportinformation, «es hätte viel schlimmer kommen können.» Die Schweiz befinde sich auf Augenhöhe mit Norwegen und Slowenien, auch wenn diese dank den jüngsten Resultaten momentan besser klassiert seien.

Hitzfeld spricht zu recht von einer sehr ausgeglichenen Gruppe, in der sich alle Gegner Punkte abnehmen können. «Wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen können, ist für uns nicht nur Rang 2, sondern sogar der Gruppensieg möglich.» Auch der Captain Gökhan Inler ist zuversichtlich: «Wow, das ist ein sehr gutes Los für uns.» Keiner sei chancenlos und alles sei eng in der Gruppe. «Aber genau das ist unsere Chance», sagt Inler. Ab September 2012 geht es los. Ronaldos Ball ist heiss – es gilt nun, ihn zu verwerten.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!