VON FRANÇOIS SCHMID-BECHTEL

Die Spuren von Roger Federer am Garagentor an der Schüllerstrasse 1 in Berneck sind beseitigt. Die Abdrücke der Tennisbälle wurden übermalt. Auch sonst deutet im 3545 Einwohner zählenden Dorf im St. Galler Rheintal wenig darauf hin, dass hier ein Teil der Wurzeln unseres Tennis-Maestros liegen.

Es gibt keinen Roger-Federer-Weg, keine Roger-Federer-Strasse, keinen Roger-Federer-Platz, keine Roger-Federer-Statue, kein Roger-Federer-Denkmal. Nicht mal der edelste Tropfen aus dem grössten Weinbaugebiet des Kantons nimmt einen Bezug zu Federer.

Einzig ein signiertes Racket und zwei Autogrammkarten in der vor zwei Jahren eröffneten Mehrzweckhalle erinnern daran, dass Roger Federer Bürger von Berneck ist. Aber hallo! Würde der 15-fache Grand-Slam-Gewinner, der grösste Tennis-Ästhet, den die Welt je gesehen hat, aus Paris stammen, würden sie wohl den Eiffelturm umbenennen oder einen neuen Turm bauen, der noch etwas höher ist.

Wo bleibt euer Stolz, ihr Bernecker? Oder nehmt ihr es Federer übel, dass er sich in eurem Dorf seit Jahren nicht mehr blicken liess? «Nein, überhaupt nicht», sagt Gemeindepräsident Jakob Schegg. «Wir hätten ihn zwar gerne bei der Einweihung der Mehrzweckhalle hier gehabt. Aber wir haben Verständnis für seinen ausgefüllten Terminplan.»

Und was ist mit einer gebührenden Respektbezeugung? «Wir sind in der Erstellung von Denkmälern etwas zurückhaltend. Von lebenden Personen haben wir so etwas bis heute nie gemacht. Ausserdem: Einen schäbigen Weg nach Roger Federer zu benennen, wäre bloss ein Alibi und würde ihm nicht gerecht werden.»

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