Jetzt ist Raimondo Ponte im Brügglifeld mit der schwierigen Aufgabe betraut, dem FCA den Ligaerhalt zu sichern. Aber selbst falls ihm dies nicht gelingen sollte, bliebe der Mann mit der unverwechselbaren Stimme längerfristig gesehen eine Idealbesetzung für die Aarauer. Ponte vereint alles, was von einem Idealtrainer in der heutigen Zeit verlangt wird. Er ist international erfahren, mehrsprachig, fachkompetent, sozialkompetent und hat ausserdem als Kind von Migranten ein Gespür für Zugewanderte.

Angesichts seines Backgrounds und seiner Erfolge in Zürich hätte Ponte hierzulande eine grosse Trainerkarriere machen müssen. Weshalb er so lange in unteren Ligen arbeiten musste, bleibt ein Rätsel. Aber es spricht für ihn, dass er sich nicht zu schade war, bei Vereinen wie YF Juventus Zürich oder Chiasso jeweils mehrere Jahre an der Seitenlinie zu stehen.

Vermutlich wurde Ponte als Trainer in der Schweiz zu lange unterschätzt. Aber in Aarau hat er nun zu einem Verein gefunden, der ebenfalls ein Leben lang unterschätzt wurde. Der FCA und Ponte gehören zu denen, die im Schweizer Fussball immer ein bisschen mehr leisten müssen, um die gleiche Anerkennung zu haben wie andere. Deswegen passen sie so gut zusammen und deswegen sei hier die Prophezeiung gewagt, dass Ponte und Aarau viele schöne gemeinsame Jahre vor sich haben. Immer vorausgesetzt, dass die Klubverantwortlichen geduldig bleiben und dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt.

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