VON MARCEL KUCHTA AUS MENDRISIO

Klein Fäbu war ein begeisterter Fussballer. Sechs Jahre lang stürmte Fabian Cancellara für die Junioren des SC Wohlensee und wollte, bis er zwölf war, eigentlich gar nichts vom Radsport wissen.

Erst 1993 gewann Vater Donato den lange schwelenden Machtkampf gegen seinen Sohn: Er schenkte ihm sein altes Rennrad, ein Chessini mit Gangschaltung am Rahmen und Lederriemen an den Pedalen, und nahm ihn zu einem Hobbyrennen der Casa d’Italia in Bern mit.

Ohne diesen Schachzug wäre «Fäbu» wohl beim Fussball geblieben, dem Sport, den er auch im Fernsehen viel lieber sehen wollte als Radrennen. Auch deshalb ist für Fabian Cancellara der Gewinn des Rad-Weltmeistertitels im Prinzip alles andere als ein Bubentraum.

Schon eher jener von Vater Donato, der 1965 seine süditalienische Heimat verliess und in die Schweiz einwanderte. Er wuchs mit einigen der grossen Radsporthelden der Azzurri auf wie Felice Gimondi oder Vittorio Adorni und wurde damals mit dem Radsport-Virus infiziert.

Schon auf den ersten Velotouren als Zwölfjähriger fiel seinen Begleitern das offensichtliche Talent des jungen Fabian auf. Er soll bereits damals – so ist es überliefert – auf dem Velo gesessen haben wie ein kleiner Indurain.

Auch Celestino Angelucci, Rennchef des Veloclubs Ciclo International Ostermundigen, entgingen die Qualitäten des Naturtalents nicht: «Der sitzt genau richtig auf dem Velo und dreht die Pedale mit einem ruhigen, schönen Rhythmus. Aus dem wird noch mal was.» 1993, in seinem ersten Jahr, in welchem er Rennen fuhr, tauchte Fabian Cancellara auf der Rangliste der Kategorie Schüler bereits auf dem vierten Platz auf.

Nur ein Jahr später zierte er die Spitze des Klassements und stand dort, wo er im Verlauf seiner weiteren Radsportkarriere noch oft stehen sollte: auf Platz eins.

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!