VON MARCEL KUCHTA

Ralph Krueger, wie haben Sie die vierwöchige Vorbereitungsphase erlebt?
Ralph Krueger: Bis jetzt kann ich nur über gute Gefühle sprechen. Es war eine sehr harmonische Vorbereitung. Die Gruppendynamik ist in den letzten vier Wochen stets gewachsen. Der Fokus war bei allen Spielern durchwegs da – was in der Vergangenheit nicht immer so war. Sehr positiv war auch die Tatsache, dass wir auf die Niederlagen in den Vorbereitungs-spielen gegen Schweden und Finnland immer gut reagiert haben und auch einen Lerneffekt erzielten. Wir konnten wachsen und Selbstvertrauen tanken. Es war ein idealer Ablauf. Ich bin sehr ruhig, fühle auch als Coach eine totale Ausgeglichenheit.

Merkte man den Spielern während der Vorbereitung an, dass es um eine Heim-WM geht?
Ja. Jeder war einfach noch ein bisschen konsequenter bei der Sache. Aber man darf nicht vergessen: Nicht nur die Heim-WM ist ein Faktor, sondern auch die Olympischen Spiele in Vancouver. Denn jeder Spieler, der an dieser WM im Kader steht, weiss, dass er auch gute Chancen hat, im kommenden Februar dabei zu sein.

Ausgerechnet vor der Heim-WM hatten Sie so wenig Vorbereitungszeit wie noch nie . . .
Wir haben natürlich gehofft, dass wir vielleicht einen Playoff-Termin gewinnen können. Prompt gab es erstmals in der Playoff-Geschichte das Maximum von 21 Runden.

Welche Auswirkungen hat dieses gedrängte Pro-gramm?
Wir hatten ganz einfach keine Zeit mehr für Experimente. Ich konnte nicht noch mehrere Varianten ausprobieren. In diesem Zusammenhang war es mir auch ein Anliegen, dass die Spieler der Playoff-Finalisten schon am Mittwoch nach Norwegen nachgereist sind. Ihre Anwesenheit war wichtig für den ganzen Teambuilding-Prozess.

Die letzten Wochen waren auch geprägt durch Misstöne. Sie wurden in den Boulevardmedien massiv angegriffen. Wie gehen Sie damit um?
In solchen Situationen hat man nur zwei Möglichkeiten: Entweder man rennt weg oder man findet einen Weg, ein Umfeld zu kreieren, in welchem man die negativen Einflüsse ausgrenzt. Das, was jetzt aussen passiert, interessiert mich überhaupt nicht. Ich bin sehr sensibel. Aber mit dem Alter lernt man, besser mit dieser Sensibilität umzugehen und dass man folglich nicht mehr alles persönlich nimmt.

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