VON JOSEF METZGER AUS WIEN

Und warum? Weil man in Maranello, dem Ferrari-Sitz, den Kopf im Winter in den Sand oder Schnee gesteckt hat. Behauptet zumindest Vater in spe und Ferrari-Experte Niki Lauda. Zwei seiner drei WM-Titel – 1975 und 77 – hat der 60-Jährige mit den roten Rennern gewonnen.

Nur bedingt sei Ferrari ein Opfer des neuen Reglements samt Doppel-Diffusoren, gegen die es mit Renault und BMW-Sauber vergeblich protestiert hatte. Eher hätte sich Maranello selbst aus lauter Selbstzufriedenheit in den eigenen Sack gelogen.

Wie und warum? «Michael Schumacher», sagt Lauda, «hat es ja zuletzt auf den Punkt gebracht. Weil sie bei den Testfahrten die Schnellsten waren, haben sie sich ihrer Sache einfach zu sicher gefühlt und technisch nicht mehr am neuen Regelwerk gearbeitet.

Während die Konkurrenz genau dort das Maximum herausgeholt hat.» Also würden ihnen die anderen um die Ohren fahren, inklusive Red-Bull-Ableger Toro Rosso – pikanterweise mit Ferrari-Motoren, die in einem aero-dynamisch besseren Chassis stecken.

Für Lauda nichts Neues. Er kennt schliesslich seine Ferrari-Pappenheimer – einst als Fahrer, der sich oft über den Schlendrian geärgert hatte, später als «Piccolo Commendatore» in der Berater-Rolle wie jetzt Nachfolger Schumacher. Aber so wenig man Ferrari einst und jetzt vergleichen könne, so dramatisch unterschiedlich sei die aktuelle Situation.

Oft genug hatte Maranello ja den Saisonstart im Vorjahres-modell vergeigt, weil der neue rote Renner noch nicht fertig war – diesmal allerdings ist der neue Ferrari technisch einfach nicht «up to date» und darum chancenlos.

Schlimm genug, aber noch schlimmer, so Lauda, «dass die offenbar nicht genau wissen, warum das so ist. Und woran es krankt. Und wenn du bei einem Auto den Grund nicht kennst, was alles falsch ist, wie sollst du da ein neues konstruieren, das super läuft?»

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