VON FELIX BINGESSER AUS SÖLDEN

Die «Kinder der Landstrasse» sind nicht überall gern gesehene Gäste. Aber wenn Marc Berthod, wohl der erste der «Zigeuner» aus dem mondänen St. Moritz, sein «Marcmobil» auf dem lauschigen Campingplatz in Sölden parkiert, dann recken sich die neugierigen Hälse und die bewundernden Blicke sind ihm gewiss.

«No Snow, no show», steht auf dem 100 000 Franken teuren und 4,2 Tonnen schweren Gefährt, das einer der buntesten Hunde im Zirkus seit dem Frühling sein Eigen nennt. Und mit dem er in den nächsten Monaten zusammen mit seinem Privattrainer Guido Suter durch Europa tourt.

Berthod ist ein Individualist, der in keine Schublade passt. «Schon als Kind wollte er immer anders sein als die anderen. Er war eigenwillig und ist es bis zum heutigen Tag geblieben», sagt Martin Berthod über seinen Sohn.

Martin Berthod ist in St. Moritz Sportdirektor und bei der Frage, ob es im Engadin neben seinem Sohn noch andere Zigeunerkolonien gibt, sagt er: «Denen ist es da oben zu kalt. Die kommen nur bis nach Thusis.»

Vater Berthod hat es schon längst aufgegeben, seinem Sohn Ratschläge zu erteilen. Er hat akzeptiert, dass sich Marc halt ausserhalb gewisser Normen bewegt, dass er sich gerne abgrenzt und mit seinem Individualismus mitunter auch kokettiert.

«Es ist einige Zeit her, als ich ihn letztmals zum Rasieren aufgefordert habe», sagt Vater Berthod. Mittlerweile schaut Marc aus, wie ein «Trapper», wie ein kanadischer Fallensteller und Pelztierjäger. Zumindest optisch hat er sich den Olympischen Spielen in Vancouver und Whistler Mountain schon angenähert.

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