VON KLAUS ZAUGG

Amerikanische Hilfe für einen Schwinger? So ist es. Die Schweizer Niederlassung der amerikanischen Vermarkt-ungsagentur International Management Group, kurz IMG, hat seit dem 1. Januar 2008 König Abderhalden für drei Jahre unter Vertrag. Bis ins 21. Jahrhundert hinein war Werbung sägemehltechnisches Teufelszeug.

Und nun gehört ein Schwinger zum gleichen Werbe-Portefeuille wie Weltstars vom Format eines Roger Federer und Fabian Cancellara. Rolf Huser, Client Manager bei IMG, ist mit Abderhalden sehr zufrieden. Aber es ist nicht so, dass IMG an jedem Kranzschwinger interessiert ist und jeder «Böse» Aussichten auf schöne Werbegelder hat.

«Es muss einer das Potenzial zum Schwingerkönig, aber auch eine entsprechende Ausstrahlung haben», sagt Huser. Abderhalden wirbt bei IMG nicht für Weltkonzerne wie Coca- Cola. Sondern für gutschweizerische Namen wie Migros, Tilsiter, Eternit und für die St. Galler Kantonalbank.

Schwingerkönige gehören zu den populärsten Einzelsportlern im Land. Gemessen am Vermarktungspotenzial müsste einer wie Abderhalden, 2007 auch Schweizer des Jahres und in Sachen Medienpräsenz auf der Höhe der Spitzenathleten anderer Sportarten, früher oder später Werbemillionär im Sägemehl werden.

Über Zahlen schweigt sich Huser aus. Auf die Frage nach der Höhe der Werbeeinkünfte in Schwingerhosen lässt er immerhin durchblicken: «Nun, im Laufe seiner Karriere und bei einer Zusammenarbeit über seine Aktivzeit hinaus sind Einnahmen möglich, die mit jenen von Spitzenathleten aus anderen Sportarten verglichen werden können.»

Kein Wunder, polemisiert Silvio Rüfenacht, der König von 1992, in der Fachzeitung «Der Schlussgang»: «Mit so viel Werbung wie bei Abderhalden wäre ich zu meiner Zeit als König gesperrt worden. Wir waren eben noch sittsamer.»

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