Aber es geht nicht um Lokalpatriotismus. Es geht um unsere Sportkultur. Die Magie des Cupfinals hat sehr viel mit Bern zu tun. Schon als Bub war für mich der Cupfinal «z Bärn obe» neben Geburtstag, Sichleten, Viehschau und Weihnachten ein fester Bestandteil im Jahresablauf. Eben weil der Cupfinal in Bern und nicht irgendwo gespielt wurde, war er wichtig. Zudem muss ein Cupfinal als nationale Angelegenheit im Nationalstadion gespielt werden. Die Sitzungen des Bundesrates und die Sessionen des National- und Ständerates finden ja auch im Bundeshaus in Bern und nicht in Basel statt.

In Bern steht das «Stade de Suisse». Wörtlich übersetzt: «Stadion der Schweiz». Die welsche Bezeichnung steht für unsere Nähe zum Welschland. In Bern treffen sich die welsche und die alemannische Kultur. Wenn wir Deutsch und Welsch einander näherbringen wollen, dann ist es eine nationale Pflicht, den Cupfinal in Bern auszutragen. Und nicht in Basel unten an der Grenze zu Deutschland. Früher war es sogar so, dass der Stadtpräsident noch zu jenen vornehmen Bürgern von Bern gehörte, die untereinander französisch sprachen, um sich so vom Proletariat abzuheben. Was Sie als SP-Politiker natürlich auch dann nicht tun dürften, wenn Sie den Lebensstil und das Selbstverständnis dieser alten Schultheissen pflegen würden.

Kommen Sie nicht mit den Sicherheitsproblemen als Ausrede. Wenn die Basler einen Cupfinal anständig über die Bühne bringen, dann wird das auch bei uns in Bern möglich sein. Die Basler haben ja noch die viel unanständigeren Fans als YB. Womit wir beim Thema sind. Es geht auch um YB. Am 8. Juni 1987 hat YB im Wankdorf den Cupfinal gewonnen. Der letzte Titel. Das ist jetzt 10 000 Tage her. Inzwischen haben wir längst einen Basel-Komplex. Wir können in Bern machen was wir wollen, Basel holt uns immer ein und nimmt uns alles weg. Jahr für Jahr die Titel und nun auch noch den Cupfinal. Wenn Sie es also schon nicht schaffen, den Cupfinal gegen Basel zu verteidigen – wie wollen wir dann von YB verlangen, endlich Meister zu werden?

Mit freundlichen Grüssen
Klaus Zaugg

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