23. Februar 2012. «Das Bild auf dem Kopf und der passende Titel, grossartig. Genau so haben wir uns, hat sich die ganze Stadt gefühlt. Nach dem Sieg gegen Manchester United hat auch der Rest der Schweiz auf uns geschaut und mitgefiebert. Ich wollte unbedingt, dass wir an diesem Abend auch für die Event-Besucher ein perfektes Paket schnüren und uns eine gute Ausgangslage für das Rückspiel verschaffen. Mit dem Sieg haben wir den Menschen in Basel Träume geschenkt. Was will man mehr? Alle, die da waren, haben gesagt, dass sich der Besuch von A bis Z gelohnt habe.»

14. März 2012. «Wir haben uns in der Champions League auf einem sehr hohen Level bewegt und gewusst, dass die Luft ganz oben sehr dünn ist und schnell draussen sein kann. Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wir wären nach einem begeisternden Kampf und nicht nach einem 0:7 ausgeschieden. Aber die Mannschaft glaubte daran und wollte unbedingt, was für mich am meisten zählte. Völlig fehl am Platz fand ich die Vorwürfe, dass wir das 0:7 zu leicht akzeptiert und die Spieler zu wenig kritisiert hätten. Unsere Aufgabe kann nicht sein, unser Verhalten dem Frust Aussenstehender anzupassen. Das Ziel war, die Niederlage schnellstmöglich zu verdauen und sich wieder der Hauptaufgabe zu widmen: der Schweizer Meisterschaft. Dort gehört der FC Basel – bestmöglich an der Spitze – hin.»

8. Dezember 2011. «Dieses Spiel war für mich der sportliche Höhepunkt dieser Saison. Nach dem Spiel habe ich eine innere Zufriedenheit und Dankbarkeit gegenüber dem Team gespürt. Die Freude, die wir der Stadt bereitet haben, hat mich unheimlich berührt. Bemerkenswerte Reaktionen kamen von der ECA (European Club Association; d. Red.). Kurz zuvor hatten wir an einer Sitzung über das Spiel gesprochen. Unser Weiterkommen war ein Thema. Ich habe schon einige nationale Finalissima erlebt, aber noch nie überwog die Vorfreude den Druck wie an jenem Tag. Wie viele, habe auch ich geglaubt, dass wir es schaffen können.»

14. Oktober 2011. «Das war emotional die anspruchsvollste Zeit für mich und die anderen Führungspersonen. Derjenige des Trainers ist der wichtigste Personalentscheid. Die Belastung war gross, weil wir praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Normalerweise kündigt sich ein Trainerwechsel längerfristig an. Thorsten Fink war hin- und hergerissen. Ein paar Tage nach der Anfrage aus Hamburg ist er zu uns gekommen und hat gesagt, dass er das machen will und muss. Mir wurde klar, dass wir ihn gehen lassen müssen – und es auch nicht die vom HSV angebotene Lösung eines Wechsels im Winter geben kann. Vorwürfe, dass wir uns zu wenig gewehrt haben, sind Schwachsinn. Der Trainer muss 24 Spieler zu Topleistungen treiben. Das kann er nur mit der vollen Überzeugung. Als klar war, dass Thorsten auch alleine gehen würde, haben wir Heiko Vogel klargemacht, dass wir ihn unbedingt als Nachfolger möchten. Bei diesem Trainerwechsel hatte ich weniger Angst als nach dem Abgang von Christian Gross. Damals war es ein Schritt ins Ungewisse.»

21. August 2011. «Dieser heisse Sonntag ist sehr präsent. Die 1:3- Niederlage war unangenehm, auch für das Umfeld. Am Tag danach war ich an einem Sponsorenanlass, an dem die Stimmung bedrückt war. Mehr zu denken haben mir die Reaktionen gegeben. Diese waren teilweise undifferenziert und machten deutlich, auf welcher Gratwanderung wir uns bewegen. Wenn ich mich recht entsinne, war das die vierte Niederlage im ungefähr 40. Pflichtspiel des Jahres. Unmittelbar nach dem Spiel hatte sich das Team auf Wunsch von Alex Frei in der Garderobe versammelt, wo klare Worte von den Führungsspielern gefallen sind. Das hat mir gezeigt, wie gesund diese Mannschaft ist und es hat die extern geäusserten Untergangsszenarien erträglicher gemacht. Ihre Schlagzeile ist Ausdruck der übersteigerten Berichterstattung zum Fussball. Mit dem Wort «Armutszeugnis» wird die ganze Arbeit des Klubs infrage gestellt, eine verheerende Aussage. Nach dem Spiel haben einzelne Personen mir gegenüber ihrem Frust freien Lauf gelassen. In dem Moment musste ich aufpassen, dass ich nicht zu emotional reagiere. Stattdessen habe ich das Ganze wie einen Film aufgenommen.»

7. Februar 2012. «Der Transfer von Xherdan Shaqiri ist eine hoch spannende Geschichte, die sich über mehrere Jahre hinweg zieht. Den ersten Schritt taten wir 2007, als wir ihn überzeugen konnten, beim FCB als Profi Fuss zu fassen. Er war damals bereits ein gefragter Mann. Ich war erleichtert, dass Thorsten Fink bei seinem Antritt sofort angekündigt hat, auf Shaqiri zu setzen, egal, ob im Mittelfeld oder als linker Verteidiger. Auf der Heimreise nach der Niederlage in München habe ich Xherdan gesagt, dass er Basel als Grosser verlassen werde. Wer kann schon von sich behaupten, dass er – aus dem eigenen Nachwuchs kommend – drei Saisons in der ersten Mannschaft gespielt, drei Meisterschaften in Serie geholt, zwei Mal Champions League gespielt und dabei ManUnited,
Bayern und die AS Roma geschlagen hat. Bei ihm haben alle alles richtig gemacht. Dass er nicht zu irgendeinem Klub geht, wo wir ihn aus den Augen verlieren würden, sondern zu jenem, den wir beim FC Basel Woche für Woche verfolgen, das ist einfach nur toll. So wünscht es sich wohl jeder Ausbildner. Die Ablösesumme ist um einiges höher als die Zahlen, die in den Medien herumgeistern. Trotz der neuen Dimension, in die wir in Sachen Transfersummen gestossen sind, haben wir kühlen Kopf bewahrt und gewartet, bis wir einen fairen Preis erzielt hatten. Das Gesamtpaket stimmt für alle Seiten. Ich bin überzeugt, dass sich Shaqiri in München durchsetzen wird.»

Schlagzeile vom 15. Juli 2011. «Ich habe uns vor Saisonstart nicht zwingend in der Favoritenrolle gesehen. Wegen der Konkurrenten YB und FCZ und den Erfahrungen in der Saison 2005/06, als wir nach zwei Titeln einen dritten nicht geschafft haben. Der Respekt vor der Saison war enorm. Wir sind mit einer entscheidenden Rochade gestartet: Yann Sommer ersetzte Costanzo. Ich war gespannt darauf, wie Yann das meistert. Der Trainer hiess damals noch Thorsten Fink. Er sagte uns im Trainingslager, dass er jeden weggrätsche, der sich dem FCB auf dem Weg zum dritten Titel in Serie in den Weg stellen würde. Schon damals gab es Interesse aus Deutschland an Thorsten. Ich habe fest damit gerechnet, dass er bis zum Saisonende bleiben würde, da er kurz zuvor den Vertrag verlängert hatte. Allerdings war uns relativ klar, dass er spätestens im Sommer 2012 den Klub verlassen würde.»

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