Nicht zuletzt dank Penaltyheld Yann Sommer zieht der FC Basel in die Viertelfinals der Europa League ein, wo er am 4. und 11. April auf Tottenham trifft. Der Torhüter rettete dem FCB rund eine Million: So viel nimmt der Klub netto in den Viertelfinals ein. Die Kasse klingelt aber auch bei Yann Sommer selbst. Gemäss zuverlässigen Quellen verdient der 24-Jährige 700 000 Franken im Jahr – und bekommt auf die neue Saison hin eine Erhöhung auf rund 1 Million Franken.

«Der Sonntag» weiss aus dem Umfeld der FCB-Spitze: Sommer macht zwar den höchsten Lohnsprung, ist jedoch nicht der Einzige, der sich auf eine Aufbesserung freuen darf. Das Management will das aktuelle Superteam unbedingt zusammenhalten. Und das kostet, nicht nur bei den Löhnen. Vor allem die Erfolgsprämien schiessen in die Höhe. Das kann sich der Klub nur leisten, wenn er wieder in die lukrative Champions League einzieht. Und genau darauf bereitet man sich mit aller Kraft vor, denn ohne Champions League würde ein Ausverkauf der Mannschaft drohen.

Vom Erfolgsdruck profitieren wird auch der defensive Mittelfeldspieler Cabral (24), der bei Trainer und Klubführung hoch im Kurs steht. 150 000 Franken mehr darf er erwarten. Unklar ist, was mit dem österreichischen Verteidiger Aleksandar Dragovic (22) passiert, dem mit einem Marktwert von 9 bis 11 Millionen Franken teuersten FCB-Spieler. Der Klub will ihn behalten, er selber aber weg, sein Manager bot ihn bislang zwölf Vereinen feil. Unter anderem auch Borussia Dortmund und Spartak Moskau. «Nach Moskau wollte er aber nicht, weil es ihm dort zu kalt ist», sagt ein FCB-Insider. Erst diese Woche bekundete ein Verein wieder Interesse an ihm – die genannte Summe soll alles Bisherige übertroffen haben.

In Basel denkt man bereits darüber nach, wen man als Ersatz für Dragovic holen könnte. Beg Ferati (26), der seit kurzem beim FC Winterthur spielt, wäre «eine sehr kostengünstige Lösung», wie es heisst. Ferati spielte in der Basler Meistermannschaft von 2010/2011 und kam auch in der Champions League zum Einsatz, bevor er nach Deutschland zum SC Freiburg wechselte. Dort vermochte er sich nicht durchzusetzen. Aber auch der Name von Timm Klose (24) fällt, der beim 1. FC Nürnberg spielt und mit dem die FCB-Spitze gute Kontakte pflegt. Klose sagte kürzlich, er wünsche sich zu gegebener Zeit eine Rückkehr nach Basel.

Schlecht sieht es für Mittelfeldspieler Gilles Yapi (31) aus. Der Grossverdiener – rund 1 Million im Jahr – soll beim FCB keinen Vertrag mehr erhalten. In der Führung träumt man von einer «echten Basler Mannschaft». Es kursieren Gerüchte, dass diese den gebürtigen Basler Granit Xhaka (20) im Fall des Meistertitels leihweise zum FCB zurückholen will. Zurzeit spielt Xhaka bei Borussia Mönchengladbach, mit mässigem Erfolg. Die meiste Zeit sitzt er auf der Ersatzbank. Offiziell werden Rückkehrpläne für Xhaka jedoch dementiert.

Echt Basel – das ist auch Murat Yakin. Der Trainer hat eine sensationelle Bilanz: Er übernahm die Mannschaft, als sie in der Gruppenphase der Europa League auf dem letzten Rang lag, und führte sie in die Viertelfinals. Yakin ist für den Klub vergleichsweise günstig. Während Christian Gross zu seinen besten Zeiten in Basel 1,4 Millionen Franken kassierte (Sponsoringeinnahmen inklusive), ist es bei Yakin weniger als die Hälfte. Auf die neue Saison hin darf er sich aber gemäss den Insidern auf eine Lohnerhöhung freuen. Vom «Sonntag» angefragt, wollte der FC Basel die vorliegenden Informationen nicht kommentieren.

Finanzielle Sorgen braucht sich Yakin ohnehin nicht zu machen: Er ist finanziell gut gebettet – der clevere 38-Jährige hat mit Immobilieninvestments in der Region Basel eine glückliche Hand. Noch lieber als eine Lohnerhöhung wäre Yakin aber, wenn sein Bruder Hakan (36) zum FCB zurückkehren würde. Im Interview mit der «Nordwestschweiz» sagte Murat Yakin dazu, das könne er sich «gut vorstellen: Hakan hat wie fast keiner ein Auge für Standardsituationen, die 50 Prozent des Spiels ausmachen.» Jetzt solle er aber erstmals seine Trainerdiplome machen.

Die FCB-Zukunft scheint inzwischen auch für einen weiteren Ur-Basler gesichert. Alex Frei wird sich aller Voraussicht nach bei den Junioren engagieren. Der Vater einer kleinen Tochter ist ein Familienmensch und gab dem FCB zu verstehen, dass er sich im Juniorenbereich engagieren möchte.

Als Baumeister des Erfolgs gilt Bernhard Heusler, seit rund einem Jahr FCB-Präsident. Unter Heusler ist der Klub auf dem Weg, das zu erreichen, was unter Vorgängerin Gigi Oeri misslang: Das strukturelle Defizit wegzubringen. In den letzten zehn Jahren nahm der FCB 40 bis 50 Millionen Franken pro Jahr ein, musste aber dreimal die von Oeri gewährte Defizitgarantie beanspruchen. Umfang: insgesamt fast 20 Millionen Franken. Im letzten Jahr stieg der Umsatz des FCB auf rekordhohe 70 bis 80 Millionen – vor allem dank des Verkaufs von Eigengewächs Xherdan Shaqiri an den FC Bayern.

13 Millionen nahm der FCB damit ein, und es könnte noch mehr werden: Je öfter Shaqiri zum Einsatz kommt und je besser Bayern in der Meisterschaft und in der Champions League abschneidet, umso mehr klingelt die Kasse auch im Nachhinein. Nochmals 3 Millionen Franken dürften nach Basel fliessen. Harmonie pur also zurzeit in der FCB-Familie. Oder wie sich ein Insider ausdrückt: «Zurzeit ist einfach alles perfekt bei uns.»

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