VON MARCEL KUCHTA

Schön sieht es nicht gerade aus. Das Zeitfahrvelo von Fabian Cancellara gleicht eher einer Baustelle. Der schwarze Rahmen wirkt roh, an vielen Stellen geflickt und abgewetzt. Der Lenkeraufsatz ist auf zwei Platten montiert. Alles wirkt ein wenig wie «Marke Eigenbau». Unter einem Sportgerät, welches inklusive Arbeit über 15 000 Franken wert ist, stellt sich der interessierte Beobachter gemeinhin etwas Edleres vor.

Nur soll der fahrbare Untersatz des derzeit weltbesten Zeitfahrers nicht schön aussehen, sondern schlicht und einfach schnell sein. Und bis das Velo den Vorstellungen Cancellaras entsprach, mussten er und Mechaniker Roger Theel viel Arbeit investieren. Ein langwieriger Prozess auf dem Weg zum Optimum.

Auf insgesamt 25 Stunden schätzt Theel den Zeitaufwand ein. Nachdem der Bausatz des Specialized-Velos angeliefert und zusammengebaut wurde, begann das grosse Schrauben. «Dann wird geschaut, was gut ist und was nicht. Man versucht, immer wieder etwas zu verbessern», erklärt Theel, der von Fabian Cancellaras Feedback-Qualitäten begeistert ist. «Wenn man den Sattel einen Millimeter in der Höhe verstellt, dann merkt er das. Er fühlt sein Velo förmlich.»

An der Tour de Romandie hatte Cancellara erstmals die Gelegenheit, sein brandneues Arbeitsgerät unter Wettkampf-bedingungen zu testen, nachdem seine Mannschaft nach dem Wechsel von Cérvelo zu Specialized mit diversen Materialproblemen zu kämpfen hatte.

Dem Olympiasieger fiel sogar das Privileg zu, das Zeitfahrvelo stellvertretend für seine Mannschaftskollegen weiterzuentwickeln – vor allem im Hinblick auf die Tour de France. «Es ist eine grosse Ehre für mich, ein Produkt als Erster in einem Wettkampf fahren zu dürfen», sagte Cancellara damals im Mai.

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