Zumal sich ManUnited bereits für die letzten Acht qualifiziert hatte und Trainer Alex Ferguson einige Stammkräfte schonte. Und so holte der FCB nach Toren von Gimenez (14.) und Gary Neville (53.) im Old Trafford vor 66 876 Zuschauern zwar ein ehrenvolles 1:1, konnte aber gleichwohl nicht ganz zufrieden sein. Denn am selben Abend hatte Juventus in der letzten Sekunde Deportivo 3:2 geschlagen und hätte sich nun im abschliessenden Spiel in Basel sogar eine 0:4-Niederlage leisten können. Der FCB gewann 2:1 und schied als Gruppendritter aus. Für den «Sonntag» erinnern sich drei Protagonisten der damaligen Basler Helden an ihren Auftritt im legendären Old Trafford: Goalie Pascal Zuberbühler (40, heute Goalietrainer bei YB), Aufbauer Mario Cantaluppi (37, derzeit Juniorentrainer beim FCB) sowie Verteidiger Marco Zwyssig (39, heute beruflich in der Erwachsenenbildung tätig).

Pascal Zuberbühler: «Es löscht mir heute noch ab, wenn ich daran denke, wie wir damals den Ausgleich kassierten. Ausgerechnet dieser Verteidiger, dieser Neville, der sonst nie ein Tor schoss, musste gegen uns treffen. Und abgefälscht war der Schuss auch noch! Als Goalie hatte ich in diesem Spiel wenig zu halten gehabt. Aber so ist es immer: Wenn man glaubt, vor einem Spiel mit Dauerbeschuss zu stehen, hat man meist nichts zu tun. Unser Auftritt im Old Trafford war sicher einer meiner Karrierehöhepunkte. Wir waren mit breiter Brust aufgelaufen und hatten nur ein Ziel: gewinnen. Die ganze Champions-League-Saison war ein einziger Wahnsinn. Ich hoffe, dass der FCB am Dienstag das Spiel geniesst und vor allem nicht hinten hineinsteht.»

Mario Cantaluppi: «Ich habe damals im Old Trafford jede Minute genossen. In einem solchen Stadion vor einer solchen Kulisse zu spielen – was gibt es Schöneres? Im Mittelfeld hatte ich es vor allem mit Darren Fletcher als Gegenspieler zu tun. Er ist einer der wenigen, die auch heute noch dabei sind. Ein Höhepunkt dieses Abends war sicher die Einwechslung von David Beckham eine Viertelstunde vor Schluss. In jenem Moment herrschte eine ganz spezielle Aura im Stadion. Und ich erinnere mich noch gut, wie Beckham nach Spielschluss zu mir gekommen ist, mir die Hand gegeben und alles Gute gewünscht hat. Für den Dienstag wünsche ich mir, dass der FCB eine Sensation schafft und im Old Trafford einen Punkt entführt.»

Marco Zwyssig: «Die Ausgangslage war damals anders, als jene, in der sich der FCB übermorgen befindet. ManUnited hatte die Viertelfinals auf sicher und trat nicht mit allen Topstars an. Wir hatten nichts zu verlieren und spielten offensiv und aggressiv. Mein Gegenspieler Diego Forlan war zu jener Zeit noch nicht so gut wie heute. Es war fantastisch in diesem Stadion, nur in Glasgow war es noch lauter gewesen. Wir hatten viel Selbstvertrauen und sogar die Frechheit zu sagen: Wir wollen einen Sieg! Leider hat dann dieses 1:1 nicht gereicht, um noch weiter-zukommen in der Champions League. Ich will nicht sagen, dass ich am Dienstag eine Klatsche des FCB befürchte, aber, wenn Arsenal im Old Trafford 2:8 verliert … Nein, ich denke, Manchester wird sich mit einem 2:0 begnügen.»

Das Telegramm vom 12. März 2003: Manchester United – FC Basel 1:1 (0:1)
Old Trafford. – 66 876 Zuschauer. – SR Larsen (Dä). – Tore: 14. Gimenez 0:1. 53. Gary Neville 1:1.

Manchester United: Carroll; Gary Neville, Ferdinand, Blanc (73. Scholes), O’Shea; Fletcher (73. Beckham), Phil Neville, Butt, Richardson (46. Giggs); Solskjaer, Forlan.

Basel: Zuberbühler; Haas, Murat Yakin, Zwyssig, Atouba; Barberis, Cantaluppi, Chipperfield; Hakan Yakin; Rossi (63. Huggel), Gimenez (77. Tum).

Verwarnungen: 7. Phil Neville. 32. Cantaluppi (beide Foulspiel).

Bemerkungen: Manchester United ohne Keane, Veron (beide verletzt), Silvestre, Fortune (beide angeschlagen), Barthez und Van Nistelrooy (beide geschont), Beckham, Giggs, und Scholes wurden anfänglich geschont. Basel ohne Esposito und Ergic (beide verletzt) und Smiljanic (nicht spielberechtigt).

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