VON MARCEL KUCHTA

Willkommen in der Tour der Neuzeit: Das Internet macht es möglich, dass fast jeder an der Frankreich-Rundfahrt engagierte Fahrer seine mehr oder weniger wichtigen Mitteilungen veröffentlichen kann. Lance Armstrong war mit seinen Einträgen auf der Plattform «twitter.com» der Trendsetter. Neben Armstrong gehören inzwischen auch Cadel Evans, Carlos Sastre, Andy Schleck oder Levi Leipheimer zu einem guten Dutzend Radprofis, deren Kurzmitteilungen oder Videos vor und nach den Etappen zu sehen sind.

Keiner versteht es jedoch so gut wie der siebenfache Tour-Sieger, Lance Armstrong, das Netz der Netze zu seinen Gunsten auszunützen. Über hundertmal loggte sich der 37-jährige seit dem Start der Frankreich-Rundfahrt in Monaco bei Twitter ein und gab sein «Gezwitscher» zum Besten. Sein Teamkollege Alberto Contador, der Favorit Nummer eins auf den Gesamtsieg, ist da fast die Antithese zum gefeierten Medienstar Armstrong.

Der 26-Jährige gibt sich in seinen Äusserungen immer extrem vorsichtig. Dass er unter Armstrongs schier erdrückender Präsenz leidet, wird ihm wohl mehr angedichtet als dass es den Tatsachen entspricht. Im Gegenteil: Der scheue Contador fühlt sich im Windschatten des grossen Rückkehrers pudelwohl.

Auch deshalb hat das Duell der beiden Astana-Teamkollegen in der ersten Woche der Tour de France bisweilen groteske Züge angenommen. Als Armstrong am Montag in der Etappe nach La Grande Motte von den sich bildenden Windstaffeln profitierte und Contador 40 Sekunden abnahm, da ging ein Aufschrei der Empörung durch die spanische Presse. Von «Königsmord» war die Rede. Davon, dass Armstrong dem designierten Teamleader Contador in den Rücken gefallen sei.

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